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Impfungen Nepal: dein Plan für Famulatur, PJ und Praktikum

MUDr. Andreas Zehetner
MUDr. Andreas ZehetnerArzt, Co-Founder von travel4med
  • 21. Oktober 2026
  • 12 Minuten
Impfungen Nepal: dein Plan für Famulatur, PJ und Praktikum

Impfungen Nepal: dein Plan für Famulatur, PJ und Praktikum

Bei den Impfungen Nepal ist die kurze Antwort: Pflicht ist für die direkte Einreise aus Deutschland keine einzige Impfung. Empfohlen sind laut Auswärtigem Amt aber Hepatitis A und Typhus, dazu aktuelle Standardimpfungen, vor allem gegen Masern. Wer länger bleibt oder im Krankenhaus arbeitet, braucht oft zusätzlich Tollwut, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und eine Dengue-Beratung. Und genau das trifft auf deine Famulatur, dein PJ-Tertial oder dein Pflegepraktikum zu.

Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal (Autorenseite). Redaktionell geprüft von Nils-Andre Stritt, travel4med (Autorenseite). Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung.

Key Takeaways

  • Keine Pflichtimpfung: Für die direkte Einreise aus Deutschland verlangt Nepal laut Auswärtigem Amt (Stand 20.10.2026) keinen Impfnachweis. Gelbfieber wird nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt.
  • Die Basis: Standardimpfungen nach STIKO, besonders Masern, plus Hepatitis A und Typhus als Reiseimpfungen.
  • Für Klinik und längere Aufenthalte: Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Dengue empfiehlt das Auswärtige Amt bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition.
  • Tuberkulose ernst nehmen: Laut WHO-Schätzung über die Weltbank lag die Neuerkrankungsrate 2024 in Nepal bei 227 je 100.000 Einwohner, in Deutschland bei 5,4. Eine BCG-Impfung empfiehlt die STIKO trotzdem nicht.
  • Sechs bis acht Wochen Vorlauf: Die Japanische Enzephalitis braucht im Standardschema vier Wochen, und alle Serien sollen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn fertig sein.

Welche Impfungen brauchst du für Nepal?

Für Nepal brauchst du keine Pflichtimpfung, aber einen soliden Grundschutz. Das Auswärtige Amt nennt aktuelle Standardimpfungen nach STIKO, besonders Masern, und als Reiseimpfungen Hepatitis A und Typhus. Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition kommen Dengue, Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis dazu. Als Famulantin oder PJler bist du fast immer in dieser zweiten Gruppe.

Warum sind die Impfungen Nepal für dich umfangreicher als für Urlauber? Weil du nicht als Touristin durch Pokhara schlenderst, sondern jeden Tag mit kranken Menschen arbeitest. Du nimmst Blut ab, legst Zugänge, stehst neben hustenden Patienten in der Notaufnahme. Das ist genau die "besondere Exposition", die in den Reisehinweisen gemeint ist.

Die Liste unterscheidet sich je nach Station, Dauer und deinem Impfpass. Deshalb gilt auch hier: Die Impfungen Nepal legst du gemeinsam mit einer reisemedizinischen Beratung fest, nicht allein nach einer Tabelle. Den allgemeinen Überblick über alle vier Standorte findest du in unserem Guide zu den Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland. Dieser Beitrag geht nur für Nepal in die Tiefe.

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Impfungen Nepal im Überblick: die Tabelle

Die Tabelle fasst die Empfehlungen des Auswärtigen Amts (Stand 20.10.2026) und die Impfschemata aus den Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Epidemiologisches Bulletin 27/2026 vom 2. Juli 2026) zusammen.

ImpfungEmpfehlung für Nepal (Auswärtiges Amt)Schema laut STIKO und DTGMehr dazu
Standardimpfungen, besonders Masernimmer aktuell haltennach STIKO-ImpfkalenderMasernimpfung
Hepatitis AReiseimpfungnach FachinformationHepatitis A
TyphusReiseimpfungbei schlechten hygienischen Bedingungen, nach FachinformationTyphus
Hepatitis BLangzeitaufenthalt oder besondere Expositionindividuelle GefährdungsbeurteilungHepatitis-B-Titer
TollwutLangzeitaufenthalt oder besondere Exposition, Impfung vor der Reise dringend empfohlen3 Dosen an Tag 0, 7 und 21 (oder 28) oder 2 Dosen an Tag 0 und 7Tollwut
Japanische EnzephalitisLangzeitaufenthalt oder besondere Exposition2 Dosen im Abstand von 4 Wochen, zwischen 18 und 65 Jahren auch 7 TageJapanische Enzephalitis
DengueLangzeitaufenthalt oder besondere Exposition, ärztliche Beratungindividuelle EntscheidungDengue
Gelbfiebernur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (ab 9 Monaten)Nachweis im Internationalen ImpfausweisImpfpass

Eine Cholera-Impfung fehlt bewusst in der Liste der Impfungen Nepal. Das Auswärtige Amt schreibt, dass die Indikation dafür "nur sehr selten gegeben" ist, etwa bei der Arbeit in einem Krankenhaus mit Cholera-Patienten. Klingt nach deiner Situation? Dann sprich das in der Beratung offen an.

Spritze mit Kanüle, Tabletten, Blisterpackungen, Holzspatel und eine Schere auf hellblauem Untergrund, Symbolbild für die Impfungen Nepal und die Reiseapotheke

Warum zählt dein Klinikalltag bei der Impfentscheidung?

Dein Klinikalltag zählt bei den Impfungen Nepal, weil die Reisehinweise zwischen normalen Reisenden und besonderer Exposition unterscheiden. Ein Monat Famulatur bedeutet täglichen Kontakt mit Blut, Atemwegsinfekten und Patienten aus ländlichen Regionen. Dazu kommt die Dauer: Schon 30 Tage Famulatur liegen über der Grenze von vier Wochen, die STIKO und DTG bei Tollwut und Japanischer Enzephalitis als Langzeitaufenthalt nennen.

Drei Punkte machen Nepal speziell. Erstens die Tollwut: Das Auswärtige Amt beschreibt ein landesweit hohes Risiko für Bisse durch streunende Hunde, auch Affen können das Virus übertragen. Die Behandlung nach einem Biss ist laut Reisehinweis nicht überall verfügbar. Nach einer Grundimmunisierung mit drei Dosen geht die STIKO davon aus, dass nach einem Biss zwei weitere Dosen an Tag 0 und Tag 3 reichen. Die Wunde wäschst du in jedem Fall sofort mindestens 15 Minuten mit Seife aus.

Zweitens die Japanische Enzephalitis. Laut Auswärtigem Amt gibt es ein Risiko in allen Provinzen, am höchsten im Süden, mit vereinzelten Fällen auch im Kathmandutal. Die Hauptsaison liegt laut STIKO und DTG in Nepal von Juni bis Oktober. Wer im Sommer famuliert, sollte die Frage also besonders ernst nehmen.

Drittens die Hepatitis B. Für dich als Medizinstudentin ist sie meist ohnehin Thema, weil Nadelstichverletzungen im Klinikalltag passieren. Lass deinen Anti-HBs-Titer vor der Abreise kontrollieren, dann weißt du im Ernstfall sofort, woran du bist. Was dann konkret zu tun ist, steht in unserem Beitrag zur Nadelstichverletzung im Auslandspraktikum.

Wie hoch ist das Tuberkulose-Risiko in Nepal?

Das Tuberkulose-Risiko in Nepal ist deutlich höher als zu Hause. Laut WHO-Schätzung, veröffentlicht von der Weltbank, erkrankten 2024 in Nepal 227 von 100.000 Menschen neu an Tuberkulose, in Deutschland waren es 5,4. Das ist rund das 42-Fache. Das Auswärtige Amt warnt zusätzlich vor zunehmend resistenten Erregern durch unvollständige Behandlungen.

Tuberkulose-Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner 2024: Deutschland und Nepal Zwei Balken zeigen die geschätzte Tuberkulose-Inzidenz im Jahr 2024: Deutschland 5,4 und Nepal 227 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner. Landesweite WHO-Schätzungen, veröffentlicht von der Weltbank. Tuberkulose-Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner (2024) 5,4 Deutschland 227 Nepal Quelle: WHO-Schätzung, veröffentlicht von der Weltbank (Indikator SH.TBS.INCD), Datenstand 08.10.2026
Geschätzte Tuberkulose-Neuerkrankungen 2024 je 100.000 Einwohner, landesweite Werte für Deutschland und Nepal (WHO über die Weltbank, abgerufen am 21.10.2026).

Gegen Tuberkulose helfen dir die Impfungen Nepal nicht weiter. Die STIKO empfiehlt die BCG-Impfung für Reisende ausdrücklich nicht. Und der normale chirurgische Mundschutz schützt laut Auswärtigem Amt nicht vor einer Ansteckung. Was wirklich zählt, sind eine FFP2-Maske bei Verdachtsfällen und ein Test vor und nach dem Aufenthalt. Den genauen Fahrplan mit IGRA-Test erklärt unser Beitrag zur Tuberkulose im Auslandspraktikum.

Wenn dich Infektionen auf Station richtig packen, lohnt ein Blick in den Beruf dahinter: Wie Infektiologinnen arbeiten und wie man dorthin kommt, erklärt dein-medizinstudium.de im Beitrag Was macht ein Infektiologe.

Wann solltest du mit den Impfungen für Nepal anfangen?

Fang sechs bis acht Wochen vor dem Abflug an. Die Japanische Enzephalitis braucht im Standardschema zwei Dosen im Abstand von vier Wochen. STIKO und DTG empfehlen außerdem, alle Impfserien spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abzuschließen. Zusammen ergibt das mindestens sechs Wochen, und die Beratung selbst braucht oft schon einen eigenen Termin.

Für die Impfungen Nepal vor einer Famulatur in den Semesterferien im Februar und März heißt das konkret: Der erste Termin bei der Reisemedizin liegt am besten im Dezember oder Anfang Januar. Für ein PJ-Tertial gilt dasselbe Prinzip, nur bleibst du dann 16 Wochen am Stück. Damit steigt die Kontaktzeit mit Patienten, und die Liste der sinnvollen Impfungen wird eher länger.

Wird es doch knapp? Für Erwachsene von 18 bis 65 Jahren gibt es bei der Japanischen Enzephalitis ein Schnellschema mit zwei Dosen im Abstand von sieben Tagen. Bei der Tollwut nennen STIKO und DTG für immunkompetente Erwachsene von 18 bis unter 65 Jahren mit dem Impfstoff Rabipur ein Schnellschema an Tag 0, 3 und 7. Das ist eine Notlösung, kein Plan.

Wie du Famulaturen über mehrere Semester so verteilst, dass Impftermine, Prüfungen und Abflug zusammenpassen, zeigt auch slaymed.de im Beitrag Famulatur planen.

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Impfungen Nepal Schritt für Schritt planen

So gehst du bei den Impfungen Nepal vor, damit am Ende nichts fehlt:

  1. Impfpass suchen und fotografieren (acht Wochen vorher). Prüf, ob Masern, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio dokumentiert sind. Wenn der Pass verschwunden ist, hilft dir unser Beitrag zum Impfpass im Auslandspraktikum.
  2. Reisemedizinische Beratung buchen. Sag dort klar, dass du in einer Klinik in Nepal arbeitest, wie lange und auf welcher Station. Nur so kann die Ärztin die besondere Exposition einschätzen.
  3. Anti-HBs-Titer bestimmen lassen. Dann weißt du, ob dein Hepatitis-B-Schutz reicht oder ob eine Auffrischung nötig ist.
  4. Tollwut und Japanische Enzephalitis starten. Beide brauchen mehrere Termine, deshalb gehören sie an den Anfang.
  5. Hepatitis A und Typhus ergänzen. Diese Impfungen lassen sich meist gut mit den anderen Terminen kombinieren. Frag in der Beratung nach dem passenden Abstand.
  6. Kostenübernahme bei der Krankenkasse anfragen. Schriftlich und mit Praktikumsbestätigung, bevor du bezahlst.
  7. Alles zwei Wochen vor Abflug abschließen. Pack die Impfnachweise ins Handgepäck und leg ein Foto davon in dein Handy.

Was sonst noch in deinen Koffer gehört, von Durchfallmitteln bis Mückenschutz, steht in der Reiseapotheke für Famulatur und PJ.

Brauchst du in Pokhara eine Malariaprophylaxe?

In Pokhara brauchst du in der Regel keine Malariaprophylaxe. Das Auswärtige Amt stuft Kathmandu, Pokhara und den Himalaya über 2.500 Metern als malariafrei ein. Ein ganzjährig geringes Risiko besteht unterhalb von 2.500 Metern vor allem im Terai an der Grenze zu Indien, etwa in den Nationalparks Bardia und Chitwan.

In Nepal insgesamt sind laut Auswärtigem Amt 86 Prozent der Fälle Plasmodium vivax und 14 Prozent Plasmodium falciparum, also die gefährliche Malaria tropica. Planst du nach dem Praktikum eine Safari im Chitwan, kläre Mückenschutz und Notfallmedikament vorher in der Beratung. Die Details zu Prophylaxe und Standby-Therapie findest du in unserem Beitrag zur Malariaprophylaxe im Ausland.

Wichtiger als Malaria ist in Pokhara der Mückenschutz gegen Dengue, und den ersetzen auch die besten Impfungen Nepal nicht. Laut Auswärtigem Amt kommt Dengue landesweit vor, auch mit Fällen in Kathmandu, und die Mücke sticht tagsüber. Langärmelige Kleidung und Repellent gehören deshalb auch auf den Weg zur Klinik. Und falls du nach dem Praktikum in die Berge willst: Ab 2.300 Metern rät das Auswärtige Amt zu einer höhenmedizinischen Beratung. Mehr dazu in Akklimatisierung und Höhenkrankheit in Nepal.

Zahlt die Krankenkasse deine Impfungen Nepal?

Das hängt vom Anlass deiner Reise ab. Nach § 20i Abs. 1 Satz 2 SGB V haben Versicherte Anspruch auf Reiseimpfungen nur, wenn der Auslandsaufenthalt "beruflich oder durch eine Ausbildung bedingt" ist. Famulatur und PJ sind Teil deines Studiums nach der Approbationsordnung. Frag deine Kasse deshalb vorher schriftlich und leg die Praktikumsbestätigung bei.

Zusätzlich darf jede Kasse nach § 20i Abs. 2 SGB V in ihrer Satzung weitere Schutzimpfungen anbieten. Ob deine Kasse das tut, steht in ihrer Satzung, also frag konkret nach. Hebe alle Rechnungen für deine Impfungen Nepal auf, auch wenn die Kasse zunächst ablehnt. Für die Kosten deines Aufenthalts insgesamt lohnt ein Blick auf unsere Übersicht zur Auslandspraktikum Finanzierung.

Wie die Famulatur im Studium überhaupt geregelt ist, fasst das Lexikon zur Famulatur auf ncrechner.de kurz zusammen.

Was erwartet dich an unserem Standort Pokhara?

In Pokhara vermitteln wir laut unserer Standortseite Nepal Pflegepraktikum, Famulatur, PJ, Hospitation und die Praxisphase für Physician Assistants. Die Einsätze beginnen immer montags, du wohnst mit anderen Praktikanten in unserer Unterkunft mit Bergblick. Zu den Fachbereichen gehören Notfallmedizin, Kardiologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Gynäkologie, Nephrologie und Urologie.

Gerade in der Notaufnahme und auf chirurgischen Stationen ist dein Kontakt mit Blut und offenen Wunden hoch. Das ist ein weiteres Argument, Hepatitis B und Tollwut nicht auf die lange Bank zu schieben. Wie der Alltag vor Ort aussieht, liest du in unserem Guide Famulatur und Pflegepraktikum in Nepal. Für ein Pflegepraktikum vor dem Studium findest du alles Wichtige auf der Seite Pflegepraktikum im Ausland.

Damit sind deine Impfungen Nepal geplant. Was zur Sicherheit im Alltag gehört, von Straßenverkehr bis Monsun, erklärt unser Beitrag Nepal Sicherheit im Auslandspraktikum.

Du willst nach Pokhara? In einem kostenlosen Beratungsgespräch klären wir mit dir Zeitraum, Station und Unterkunft, damit deine Impfungen Nepal und dein Abflug sauber zusammenpassen.

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Quellen