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Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland: Guide 2026

MUDr. Amandeep Grewal
MUDr. Amandeep GrewalArzt, Co-Founder von travel4med
  • 10. August 2026
  • 18 Minuten
Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland: Guide 2026

Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland: dein Guide für 2026

Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland sind kein Reise-Extra, sondern Teil deines Arbeitsschutzes: Als Praktikant:in im Krankenhaus hast du Kontakt zu Blut, Kanülen und Körperflüssigkeiten und arbeitest in einem Infektionsspektrum, das sich deutlich von Deutschland unterscheidet. Der wichtigste Satz vorweg: Für die direkte Einreise aus Deutschland ist bei keinem unserer vier Standorte eine Impfung Pflicht – die medizinisch wichtigen Impfungen sind trotzdem dringend empfohlen, und einige Impfserien brauchen deutlich mehr Vorlauf als die verbreitete Vier-Wochen-Faustregel.

Key Takeaways

  • Pflicht ist keine Impfung. Für die direkte Einreise aus Deutschland nach Sri Lanka, Nepal, Indonesien (Bali) und Tansania (Sansibar) sind laut Auswärtigem Amt keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Ein Gelbfiebernachweis wird nur verlangt, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet einreist.
  • Hepatitis B ist deine Kernimpfung bei Famulatur und PJ im Ausland. Die STIKO führt Studierende und Praktikant:innen in medizinischen Einrichtungen ausdrücklich als beruflich indizierte Gruppe. 4 bis 8 Wochen nach der 3. Dosis soll der Anti-HBs-Titer bestimmt werden – erfolgreich geimpft bedeutet Anti-HBs ≥ 100 IE/l.
  • Malaria ist standortabhängig: Sri Lanka ist seit 2016 WHO-zertifiziert malariafrei, in Nepal besteht ganzjährig ein geringes Risiko unterhalb 2.500 Höhenmetern (Kathmandu und Pokhara gelten als malariafrei), Bali stuft das Auswärtige Amt als geringes Risiko ein – Sansibar dagegen als ganzjähriges Hochrisikogebiet.
  • Die Kasse zahlt häufiger, als du denkst. Nach § 20i Abs. 1 Satz 2 SGB V besteht ein regulärer Leistungsanspruch auf Reiseimpfungen, wenn der Auslandsaufenthalt beruflich oder durch eine Ausbildung bedingt ist – nicht nur eine freiwillige Satzungsleistung.
  • Plane früher als vier Wochen. Die Dengue-Impfung braucht laut Auswärtigem Amt zwei Dosen im Abstand von drei Monaten, ein Gelbfieberzertifikat wird erst 10 Tage nach der Impfung gültig.

Wir von travel4med organisieren Klinikpraktika an vier tropischen Standorten, und die Impffrage ist eine der häufigsten in unserer kostenlosen Beratung. Dieser Guide bündelt, was für Famulatur und PJ im Ausland reisemedizinisch zählt – belegt mit den offiziellen Quellen, damit du jede Aussage nachprüfen kannst. Er ersetzt keine persönliche reisemedizinische Beratung: Welche Impfungen für dich sinnvoll sind, hängt von deinem Impfpass, deiner Tätigkeit und deinem genauen Einsatzort ab.

Impfstoffampullen und Spritze auf einem Tisch – Vorbereitung der Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland
Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland früh planen: Mehrteilige Impfschemata sind nur mit Vorlauf rechtzeitig abgeschlossen.

Welche Impfungen brauchst du für Famulatur und PJ im Ausland?

Für ein Klinikpraktikum zählen drei Gruppen: aktuelle Standardimpfungen nach STIKO-Impfkalender, beruflich indizierte Impfungen wegen deiner Tätigkeit am Patienten und Reiseimpfungen je nach Zielland. Pflicht ist bei unseren vier Standorten keine davon – medizinisch entscheidend sind Hepatitis B, Hepatitis A und Tollwut sowie ein sicherer Masernschutz.

Zu den Standardimpfungen gehören unter anderem Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern-Mumps-Röteln und Hepatitis B. Das Auswärtige Amt weist für alle vier Zielländer ausdrücklich darauf hin, dass insbesondere ein adäquater Masernschutz sichergestellt sein sollte – der Punkt, den bei der Planung von Famulatur und PJ im Ausland die meisten über den exotischeren Reiseimpfungen vergessen.

Die beruflich indizierte Ebene ist die, die dich von normalen Reisenden unterscheidet. Die STIKO-Empfehlungen für beruflich indizierte Impfungen (Stand Juli 2026) nennen für Hepatitis B wörtlich „Personen mit erhöhtem arbeitsbedingten Expositionsrisiko einschließlich Auszubildender, Praktikanten und Praktikantinnen, Studierender […], z. B. Personal in medizinischen Einrichtungen". Genau das bist du in der Famulatur, im Pflegepraktikum und im PJ-Tertial.

Warum Hepatitis B für Praktikant:innen anders zählt: Als Tourist:in bewegst du dich am Rand des Gesundheitssystems – als Famulant:in oder PJ-ler:in mittendrin. Deshalb reicht der Eintrag „Hepatitis B geimpft" im Impfpass nicht: Die STIKO empfiehlt, den Impferfolg 4 bis 8 Wochen nach der dritten Dosis serologisch zu kontrollieren. Als erfolgreich gilt ein Anti-HBs-Wert ≥ 100 IE/l; danach sind im Allgemeinen keine Auffrischimpfungen mehr nötig. Fehlt dieser Laborwert, merkst du das erfahrungsgemäß erst beim Betriebsarzt – und verlierst Wochen.

Wann solltest du dich impfen lassen?

So früh wie möglich. Als Faustregel gilt in der reisemedizinischen Praxis: Beratung und erste Impfungen mindestens 4 bis 6 Wochen vor Abreise. Für mehrteilige Schemata reicht das bei Famulatur und PJ im Ausland aber nicht immer – wer alle Optionen offenhalten will, startet drei bis sechs Monate vor dem Abflug. Zwei belegte Beispiele zeigen, warum.

Erstens die Dengue-Impfung: Das Auswärtige Amt weist für Sri Lanka ausdrücklich darauf hin, dass für einen adäquaten Impfschutz zwei Impfdosen im Abstand von drei Monaten nötig sind. Wer sich vier Wochen vor Abflug beraten lässt, kann diese Serie schlicht nicht mehr abschließen. Zweitens das Gelbfieberzertifikat: Es wird laut WHO erst 10 Tage nach der Impfung gültig und darf nur in einer von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle ausgestellt werden.

Wenn du kurzfristig antrittst, ist das trotzdem kein Grund, ganz auf Impfungen zu verzichten – es gibt beschleunigte Impfschemata. Sprich dann unbedingt mit einer reisemedizinischen Praxis, statt es einfach zu lassen.

Ärztin verabreicht eine Impfung in den Oberarm – reisemedizinische Vorbereitung auf Famulatur oder PJ im Ausland
Faustregel: Beratung 4 bis 6 Wochen vor Abreise. Für Impfserien wie Dengue (2 Dosen im Abstand von 3 Monaten) brauchst du deutlich mehr Vorlauf.

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Welche Impfungen gelten für welchen travel4med-Standort?

Unsere vier Standorte für Famulatur und PJ im Ausland unterscheiden sich deutlich im Infektionsprofil. Die Übersicht gibt die Empfehlungen des Auswärtigen Amts wieder (abgerufen am 18.08.2026) – als Orientierung, nicht als individuelle Verordnung. Verbindlich ist immer die aktuelle Einschätzung deiner reisemedizinischen Beratung zum Reisezeitpunkt.

StandortReiseimpfungen laut Auswärtigem AmtMalariaGelbfiebernachweis
Sri LankaHepatitis A empfohlen; nach individueller Indikation Chikungunya, Dengue, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, Tollwut, TyphusMalariafrei (WHO-Zertifizierung 2016)Nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder Transit über 12 Stunden, ab 9 Monaten
NepalHepatitis A und Typhus empfohlen; bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition Dengue, Hepatitis B, Tollwut, Japanische EnzephalitisGanzjährig geringes Risiko ≤ 2.500 Hm, v. a. Terai-Distrikte nahe Indien; Kathmandu, Pokhara und Lagen > 2.500 Hm malariafreiNur bei Einreise aus einem Gelbfieberendemiegebiet, ab 9 Monaten
BaliHepatitis A und Poliomyelitis empfohlen; nach individueller Indikation Chikungunya, Dengue, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, Tollwut, TyphusGeringes Risiko (Einstufung des Auswärtigen Amts für Bali, Java und Sumatra)Nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet, ab 9 Monaten
SansibarHepatitis A und Poliomyelitis empfohlen; nach individueller Indikation Chikungunya, Dengue, Hepatitis B, Meningokokken ACWY, Tollwut, TyphusGanzjährig hohes Risiko unterhalb 2.500 Hm, ausdrücklich inklusive Sansibar; über 99 % Malaria tropicaNicht bei Direkteinreise aus Deutschland; nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet, ab 1 Jahr

Hinweis für PJ-Planende: Bali vermitteln wir ausschließlich für Famulatur, Pflegepraktikum, PA-Praxisphase und Hospitation – nicht für das Praktische Jahr. Hintergrund: Das Landesprüfungsamt NRW (Bezirksregierung Düsseldorf) führt die Udayana University auf Bali in seiner PJ-Auslandsliste (Stand 28.05.2026) seit dem 17.03.2026 mit dem Vermerk „bis auf Weiteres keine Anerkennung"; die zugehörigen Bali-Lehrkrankenhäuser sind gestrichen. Andere Landesprüfungsämter entscheiden eigenständig – lass deine Anerkennung deshalb immer vorab von deinem zuständigen Landesprüfungsamt bestätigen. Für ein PJ-Tertial vermitteln wir dich nach Sri Lanka, Nepal oder Sansibar.

Eine Gelbfieberimpfung ist damit bei keinem der vier Ziele eine Bedingung für die Einreise aus Deutschland. Sie wird nur relevant, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet anreist – etwa bei einer Reiseroute über Ostafrika oder Südamerika. Für Tansania und Sansibar gilt ausdrücklich: Ein Transit über ein Gelbfiebergebiet ist unschädlich, solange du den Flughafen nicht verlässt und der Aufenthalt unter 12 Stunden bleibt. Prüfe deine vollständige Flugroute für Famulatur und PJ im Ausland deshalb vor der Buchung, nicht erst in der Impfsprechstunde.

Warum ist der Dengue-Schutz 2026 in Sri Lanka besonders wichtig?

Weil Sri Lanka 2026 einen außergewöhnlich schweren Dengue-Ausbruch erlebt. Die National Dengue Control Unit meldet für 2026 landesweit 92.595 Fälle (Stand 18.08.2026). Die WHO berichtete Anfang August von kumuliert 90.695 Fällen und 65 Todesfällen bei einer Letalität von 0,07 Prozent. Das Auswärtige Amt weist zusätzlich darauf hin, dass die srilankischen Gesundheitsbehörden vor einer möglichen Überlastung von Gesundheitseinrichtungen warnen.

Gemeldete Dengue-Verdachtsfälle in Sri Lanka pro Kalenderwoche, KW 26 bis KW 31 des Jahres 2026 Die wöchentlich gemeldeten Dengue-Verdachtsfälle in Sri Lanka stiegen von 5.998 in Kalenderwoche 26 auf den Höchststand von 7.916 in Kalenderwoche 27 und gingen danach über 7.619, 7.385 und 6.004 auf 4.391 Fälle in Kalenderwoche 31 zurück. Dengue in Sri Lanka: Fälle pro Woche (KW 26–31/2026) 5.998 7.916 7.619 7.385 6.004 4.391 KW 26 KW 27 KW 28 KW 29 KW 30 KW 31 Gemeldete Verdachtsfälle. KW 31 lag 3,6-mal höher als dieselbe Woche 2025 (948 Fälle).
Quelle: WHO South-East Asia Region, Epidemiological Bulletin, 14., 15. und 16. Ausgabe 2026 (15.07., 29.07. und 12.08.2026), Daten der Epidemiology Unit und der National Dengue Control Unit, Sri Lanka.

Die gute Nachricht: Der Ausbruch hat seinen Höhepunkt in Kalenderwoche 27 überschritten und geht seither zurück. Die schlechte: Das Niveau liegt weiter weit über dem Vorjahr – Woche 31 war 3,6-mal so hoch wie dieselbe Woche 2025. Schwerpunkt ist die Westprovinz mit 52,5 Prozent aller Fälle; außerhalb davon melden Kandy (8,9 Prozent), Galle (5,6 Prozent), Matara (4,7 Prozent) und Kegalle (3,9 Prozent) die höchsten Fallzahlen. Galle ist die Region unseres Klinikstandorts Karapitiya – für dich also keine abstrakte Statistik.

Gegen Dengue gibt es einen Impfstoff, und das Auswärtige Amt empfiehlt für Sri Lanka ausdrücklich eine Beratung dazu – mit dem wichtigen Zusatz, dass zwei Dosen im Abstand von drei Monaten nötig sind. Für die meisten, die Famulatur und PJ im Ausland planen, bleibt der entscheidende Schutz deshalb der konsequente Mückenschutz: langärmelige Kleidung, Repellent tagsüber (die Aedes-Mücke sticht bevorzugt am Tag) und ein Moskitonetz. Welche Ausrüstung du dafür einpackst, findest du in unserer Packliste fürs Auslandspraktikum.

Was ändert sich beim PJ-Tertial gegenüber der Famulatur?

Vor allem die Dauer – und daran hängt fast alles. Beim Vergleich von Famulatur und PJ im Ausland stehen 16 Wochen Tertial nach ÄApprO gegen je einen Famulaturmonat pro Abschnitt. Aus 16 Wochen Aufenthalt statt 30 Tagen werden andere reisemedizinische Fragen: Dauerprophylaxe statt Kurzzeitschutz, vollständige Impfserien statt Schnellschema und ein Vorlauf, der zur Anerkennungsplanung passen muss.

Drei Punkte solltest du für ein Auslandstertial gezielt ansprechen:

  • Malaria über 16 Wochen: Nicht jedes Prophylaxe-Präparat ist für eine durchgehende Einnahme über ein ganzes Tertial gleich gut geeignet. Frag in der reisemedizinischen Beratung ausdrücklich nach der Langzeiteinnahme und nach der Nachlaufzeit über das Praktikumsende hinaus – nicht nur nach „einer Prophylaxe".
  • Tollwut vollständig statt beschleunigt: Die präexpositionelle Tollwutimpfung erfolgt üblicherweise nach einem 3-Dosen-Schema. Bei einem 16-wöchigen Aufenthalt mit möglichem Tierkontakt lohnt sich die vollständige Grundimmunisierung – zumal das Auswärtige Amt für Indonesien ausdrücklich warnt, dass Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline vor Ort nicht oder nur sehr begrenzt erhältlich sein können.
  • Zeitplan koppeln: Die Impfplanung läuft parallel zur Anerkennung durch dein Landesprüfungsamt und zu den festen Tertialterminen. Die Termine und Fristen findest du im Ratgeber PJ-Tertialtermine und Fristen 2026/2027, das Verfahren im Beitrag zur Anerkennung deines Auslandspraktikums.

Und noch ein Detail, das viele überrascht: Wie ein Famulaturmonat gezählt wird, ist nicht bundeseinheitlich. Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen rechnen mit 30 Kalendertagen, Hessen grundsätzlich mit Kalendermonaten, Sachsen-Anhalt verlangt 30 Arbeitstage. Das verschiebt deinen Reisezeitraum – und damit deinen Impfkalender. Frag die Zählweise bei deinem Landesprüfungsamt ab, bevor du Flüge buchst.

Wie planst du deinen Impfschutz Schritt für Schritt?

Ein strukturiertes Vorgehen erspart dir Stress kurz vor Abflug. Dieser Rückwärtskalender für Famulatur und PJ im Ausland startet beim Abreisedatum, nicht beim Impftermin:

  1. Impfpass und Anti-HBs prüfen (3–6 Monate vorher): Kontrolliere, ob deine Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern-Mumps-Röteln, Hepatitis B) vollständig sind – und ob für Hepatitis B ein Anti-HBs-Titer ≥ 100 IE/l dokumentiert ist. Fehlt der Wert, plane Blutabnahme und mögliche Nachimpfung mit ein.
  2. Reisemedizinische Beratung buchen (Woche 6–8): Vereinbare einen Termin in einer reise- oder tropenmedizinischen Praxis. Bring Impfpass und deine vollständige Flugroute mit – entscheidend ist nicht nur das Zielland, sondern auch, ob du über ein Gelbfiebergebiet ein- oder umsteigst.
  3. Kostenübernahme klären (Woche 6): Hol dir vom Studiendekanat oder der Klinik eine Bestätigung, dass der Auslandsaufenthalt Teil deiner Ausbildung ist, und frage bei deiner Krankenkasse nach, welche Nachweise sie für die Erstattung braucht.
  4. Zielspezifisch impfen (Woche 4–6): Lass die für deinen Standort empfohlenen Reiseimpfungen beginnen – bei mehrteiligen Schemata wie Tollwut oder Hepatitis zählt jeder Tag Vorlauf.
  5. Malaria und Notfallplan klären (Woche 4): Besprich für Sansibar (und ggf. die Terai-Region in Nepal) Chemoprophylaxe oder Notfallmedikament, den Mückenschutz und – bei einem Tertial – die Einnahmedauer über 16 Wochen.
  6. Nachweise sichern (Woche 1–2): Internationalen Impfausweis vollständig führen, ggf. Gelbfieberzertifikat (gültig ab 10 Tage nach der Impfung) und Versicherungsunterlagen griffbereit halten.

Der Impfschutz ist nur ein Baustein deiner Vorbereitung auf Famulatur und PJ im Ausland. Genauso wichtig ist eine passende Auslandskranken- und Berufshaftpflichtversicherung – die Details dazu stehen im Ratgeber Versicherung für Famulatur und PJ im Ausland.

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Nadelstichverletzung im Ausland: der Plan für den Ernstfall

Die Hepatitis-B-Impfung ist die Vorsorge – der Notfallplan ist das, was danach zählt. Es ist die Frage, die bei Famulatur und PJ im Ausland am häufigsten offenbleibt. Kläre diese fünf Punkte, bevor du fliegst, nicht danach:

  1. Sofortmaßnahme: Wunde bluten lassen, gründlich spülen und desinfizieren – das ist die erste Handlung, bevor irgendjemand informiert wird.
  2. Ansprechpartner: Wer ist in deiner Einsatzklinik konkret zuständig, wenn du dich stichst – und ist diese Person nachts und am Wochenende erreichbar?
  3. HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP): Ist eine PEP in der Klinik vorrätig oder in erreichbarer Nähe verfügbar? Eine PEP wirkt umso besser, je früher sie begonnen wird – im Zweifel zählen Stunden, nicht Tage.
  4. Dein eigener Status: Kennst du deinen Anti-HBs-Wert und hast du ihn schriftlich dabei? Das entscheidet vor Ort darüber, ob eine Hepatitis-B-Postexpositionsprophylaxe nötig ist.
  5. Versicherung: Deckt deine Auslandskrankenversicherung PEP-Medikation, Labordiagnostik und im Zweifel einen vorzeitigen Rücktransport ab?

Zahlt die Krankenkasse Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland?

Häufig ja – und zwar als regulärer Anspruch, nicht als Kulanz. Nach § 20i Abs. 1 Satz 2 SGB V übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung Schutzimpfungen, die wegen eines erhöhten Gesundheitsrisikos durch einen Auslandsaufenthalt indiziert sind, wenn „der Auslandsaufenthalt beruflich oder durch eine Ausbildung bedingt ist". Wortgleich steht das in § 11 Abs. 3 der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Das ist der entscheidende Unterschied zur verbreiteten Annahme, Reiseimpfungen für Famulatur und PJ im Ausland seien immer nur eine freiwillige Satzungsleistung: Rein privat veranlasste Urlaubsimpfungen sind das tatsächlich – ein ausbildungsbedingter Auslandsaufenthalt ist es nicht. Erfasst sind die in Anlage 1 der Richtlinie gelisteten Impfungen, darunter Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Cholera, Meningokokken und Gelbfieber.

Der Haken liegt im Nachweis. Dass Famulatur und PJ im Ausland Teil deines Studiums sind, heißt nicht automatisch, dass die Kasse jeden Auslandsaufenthalt als ausbildungsbedingt anerkennt. Besorg dir deshalb frühzeitig eine schriftliche Bestätigung deines Studiendekanats oder der Einsatzklinik und frage vor dem Impftermin bei deiner Kasse nach, welche Unterlagen sie sehen will und ob du in Vorleistung gehen musst. Ohne diesen Nachweis landest du wieder bei der Satzungsleistung – mit ihm bei einem Anspruch.

Ist dein Auslandspraktikum ein Pflichtteil deines Studiums – etwa eine Famulatur, das Pflegepraktikum oder ein PJ-Tertial –, greifen oft noch weitere Bausteine: Auslands-BAföG, Stipendien und Reisekostenzuschüsse. Den Überblick dazu findest du im Ratgeber Auslandspraktikum finanzieren.

Kostenlose Beratung sichern. Du weißt nicht, welche Impfungen für deinen Standort und Zeitraum wirklich nötig sind? In unserer kostenlosen Beratung klären wir deine Vorbereitung für Famulatur und PJ im Ausland gemeinsam – von der Standortwahl bis zur Checkliste. Wie andere ihr Praktikum erlebt haben, liest du in den Erfahrungsberichten.

Häufig gestellte Fragen

Fazit

Impfungen sind der Teil deiner Auslandsvorbereitung, den du am besten planen kannst – und der am meisten schiefgeht, wenn du ihn auf den letzten Drücker angehst. Prüfe früh deinen Impfpass samt Anti-HBs-Titer, buche die reisemedizinische Beratung mit ausreichend Vorlauf und richte deinen Impfschutz am konkreten Standort aus. Jeder Standort hat sein eigenes Profil: Sri Lanka ist malariafrei, steckt aber mitten im Dengue-Ausbruch; Sansibar ist ganzjähriges Malaria-Hochrisikogebiet; in Nepal entscheidet die Höhenlage; auf Bali – bei uns für Famulatur, Pflegepraktikum, PA-Praxisphase und Hospitation buchbar – ist die Tollwut-Versorgung der Knackpunkt. Mit dieser Struktur startest du gut vorbereitet in Famulatur und PJ im Ausland; bei der individuellen Planung unterstützen wir dich gern.

Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, Arzt (MUDr., entspricht Dr. med. univ.) und Mitgründer von travel4med. Er begleitet seit Jahren Studierende bei Famulatur und PJ im Ausland und kennt die travel4med-Standorte aus eigener Erfahrung. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung.

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Quellen

  • RKI / STIKO – Empfehlungen für beruflich indizierte Impfungen, Stand Juli 2026 (Hepatitis B für Studierende und Praktikant:innen; Anti-HBs ≥ 100 IE/l), abgerufen 18.08.2026: rki.de
  • RKI / STIKO – Reiseimpfungen, mit den Empfehlungen von STIKO und DTG (Epid. Bull. 27/2026), abgerufen 18.08.2026: rki.de
  • § 20i Abs. 1 Satz 2 SGB V – Leistungsanspruch bei ausbildungsbedingtem Auslandsaufenthalt, abgerufen 18.08.2026: gesetze-im-internet.de
  • G-BA – Schutzimpfungs-Richtlinie, § 11 Abs. 3 und Anlage 1, abgerufen 18.08.2026: g-ba.de
  • World Health Organization (WHO) – „WHO certifies Sri Lanka malaria-free", 05.09.2016, abgerufen am 18.08.2026: who.int
  • WHO – Fragen und Antworten zu Gelbfieber (Nachweis gültig ab 10 Tage nach der Impfung), abgerufen 18.08.2026: who.int
  • WHO South-East Asia Region – Epidemiological Bulletin 14./15./16. Ausgabe 2026 (Sri Lanka KW 26–31: 5.998 / 7.916 / 7.619 / 7.385 / 6.004 / 4.391 Fälle; kumuliert 90.695 Fälle, 65 Todesfälle, CFR 0,07 %; Westprovinz 52,5 %, Kandy 8,9 %, Galle 5,6 %), abgerufen 18.08.2026: who.int
  • National Dengue Control Unit, Ministry of Health Sri Lanka (92.595 gemeldete Fälle 2026), abgerufen 18.08.2026: dengue.health.gov.lk
  • Auswärtiges Amt – Sri Lanka, Gesundheit (Pflicht- und Reiseimpfungen, Dengue 2026, 2 Impfdosen im Abstand von 3 Monaten), abgerufen 18.08.2026: auswaertiges-amt.de
  • Auswärtiges Amt – Nepal, Gesundheit (Malaria ganzjährig ≤ 2.500 Hm, Terai; Kathmandu und Pokhara malariafrei), abgerufen 18.08.2026: auswaertiges-amt.de
  • Auswärtiges Amt – Indonesien, Gesundheit (geringes Malariarisiko auf Bali; Tollwutimpfstoffe nur begrenzt verfügbar), abgerufen 18.08.2026: auswaertiges-amt.de
  • Auswärtiges Amt – Tansania, Gesundheit (keine Pflichtimpfungen bei Direkteinreise, Transitregel unter 12 Stunden, ganzjährig hohes Malariarisiko inklusive Sansibar), abgerufen 18.08.2026: auswaertiges-amt.de