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Studium


Was viele Studierende zu Beginn nicht wissen: Das Praktische Jahr, im Medizinstudium auch als Praktisches Medizinisches Jahr bezeichnet, ist die letzte große Etappe vor deiner Approbation als Ärztin oder Arzt. Nach § 3 der Approbationsordnung für Ärzte darfst du während des PJ insgesamt bis zu 30 Ausbildungstage fehlen, davon höchstens 20 pro Tertial (Approbationsordnung für Ärzte, §3, Gesetze im Internet, 2002). Wer die Regeln zu Tertialen, zum neuen Quartals-PJ und zu den M3-Anmeldefristen kennt, plant sein Praktisches Jahr entspannt, egal ob an der Heimatuni oder im PJ im Ausland. Dieser Guide führt dich durch Voraussetzungen, Struktur, Vergütung und Bewerbung.
Alle Angaben sind Orientierungswerte. Prüfe Details immer bei deinem Landesprüfungsamt und lass dich bei Bedarf in unserer Beratung unterstützen.
Praktisches Medizinisches Jahr bezeichnet den dritten und letzten Ausbildungsabschnitt des Medizinstudiums. Es dauert 48 Wochen, dient laut Gesetz der praktischen ärztlichen Ausbildung und endet mit der dritten ärztlichen Prüfung (Approbationsordnung für Ärzte, §3, Gesetze im Internet, 2002).
Der Weg dorthin ist klar getaktet. Nach der Vorklinik legst du meist im 4. Semester das erste Staatsexamen ab, an manchen Unis erst nach dem 6. Semester. Es folgen die klinischen Semester und, am Ende des 5. Studienjahrs, das zweite Staatsexamen, umgangssprachlich das Hammerexamen. Erst danach beginnt dein PJ.
Anders als die Famulatur ist das PJ kein Beobachtungspraktikum mehr: Du übernimmst reale Verantwortung im Team, wenn auch unter ärztlicher Aufsicht. Genau dieser Sprung überrascht viele Studierende, die vorher nur famuliert haben.

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Bis 2025 gliedert sich das PJ in drei Tertiale zu je 16 Wochen. Ab dem 1. Oktober 2025 löst ein Quartals-Modell mit vier 12-Wochen-Abschnitten diese Struktur ab, bei gleichbleibender Gesamtdauer von 48 Wochen (Referentenentwurf zur Änderung der ÄApprO, Bundesministerium für Gesundheit, 2024/2025).
Wichtig für deine Planung: Das neue Quartals-PJ betrifft nur Studierende, die ab dem 1. November 2025 einen neuen Studienabschnitt beginnen. Wer sein PJ vorher schon angetreten hat, durchläuft weiterhin die klassischen drei Tertiale. In beiden Modellen sind Innere Medizin und Chirurgie verpflichtend, dazu kommt mindestens ein frei wählbarer Abschnitt in einem weiteren Fach. Was in einem einzelnen Tertial oder Quartal inhaltlich passiert, hängt stark vom gewählten Fachbereich und der Klinik ab.
Rein rechnerisch entfällt im klassischen Tertial-Modell rund 33 % der gesamten PJ-Zeit auf jeden der drei Abschnitte (16 von 48 Wochen); im neuen Quartals-Modell sind es jeweils 25 % je Abschnitt (12 von 48 Wochen) (Referentenentwurf zur Änderung der ÄApprO, Bundesministerium für Gesundheit, 2024/2025).
In der Beratung merken wir immer wieder, dass genau dieser Stichtag für Verunsicherung sorgt. Studierende, die kurz vor oder nach dem 1. November 2025 starten, sollten die genaue Übergangsregel unbedingt direkt beim eigenen Studiendekanat gegenchecken.
Wie wichtig eine strukturierte Begleitung im PJ ist, zeigt eine Studie von Prof. Dr. med. Sebastian N. Stehr und Kolleg:innen der Universität Leipzig: Ein mentoring-basiertes PJ-Curriculum mit strukturierten Workplace-Based Assessments steigerte sowohl die Zufriedenheit als auch die eingeschätzte Kompetenz der PJ-Studierenden deutlich (Weissenbacher et al., Der Anaesthesist, via PMC, 2020).
Um dein PJ antreten zu dürfen, musst du das zweite Staatsexamen bestanden haben, mindestens zehn Fachsemester studiert haben und eine ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung vorlegen (Approbationsordnung für Ärzte, §3, Gesetze im Internet, 2002).
Konkret bedeutet das: Erstes und zweites Staatsexamen müssen zwingend erfolgreich abgeschlossen sein, bevor du dich zum PJ anmeldest. Ohne bestandenes Hammerexamen lässt dich keine Universität und kein Landesprüfungsamt ins Praktische Jahr starten, unabhängig davon, ob du dein Tertial in Deutschland oder im Ausland planst.
Das PJ startet bundesweit zweimal im Jahr, im Mai und im November. Die genauen Stichtage legt jede Universität beziehungsweise dein Landesprüfungsamt jährlich neu fest, deshalb solltest du sie direkt beim Studiendekanat erfragen statt dich auf alte Kalenderdaten zu verlassen.
Nach dem PJ folgt die Anmeldung zur dritten ärztlichen Prüfung, kurz M3. Dein Landesprüfungsamt nimmt die Anmeldung bis zum 10. Januar für den Frühjahrstermin beziehungsweise bis zum 10. Juni für den Herbsttermin entgegen. Die Prüfung selbst findet dezentral im Zeitraum Mai/Juni beziehungsweise November/Dezember statt (IMPP, Prüfungstermine Medizin, 2026). Deine Immatrikulation muss während der gesamten Prüfungsphase bestehen bleiben.
Praktisches Medizinisches Jahr lässt sich sowohl in Deutschland als auch im Ausland absolvieren. Ein Tertial im Ausland wird anerkannt, wenn die ausländische Ausbildungsstätte den Anforderungen eines deutschen Lehrkrankenhauses entspricht; gesetzliche Feiertage am Zielort zählen dabei nicht als Fehltage (Regierungspräsidium Stuttgart, Merkblatt Praktisches Jahr im Ausland, Landesprüfungsamt Baden-Württemberg, aktuell).
In Deutschland absolvierst du dein PJ an Universitätskliniken, Lehrkrankenhäusern oder anerkannten Arztpraxen. Im Ausland kommen EU- und Nicht-EU-Länder infrage, solange die Klinik die genannten Kriterien erfüllt und dein Landesprüfungsamt sie im Vorfeld bestätigt.
Die häufig gehörte Aussage, die PJ-Mobilität habe die Grenzen praktisch grenzenlos erweitert, ist zu pauschal. Anerkennung ist immer eine Einzelfallprüfung durch dein LPA, nicht ein Automatismus, nur weil eine Klinik im Ausland liegt oder deutschsprachig wirkt.
Bei travel4med organisieren wir dein Auslandstertial an geprüften Partnerkliniken in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar, inklusive Unterkunft und Vorbereitung vor Ort. Einen Überblick über alle Standorte findest du auf unserer Standorte-Seite, echte Eindrücke liefern unsere Erfahrungsberichte.

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Praktisches Medizinisches Jahr ist gesetzlich nicht vergütungspflichtig. Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser sind gesetzlich nicht verpflichtet, dich im PJ zu vergüten. Viele Häuser zahlen dennoch eine freiwillige Aufwandsentschädigung, die je nach Klinik und Bundesland unterschiedlich ausfällt und rechtlich nicht als Gehalt, sondern als Aufwandsentschädigung gilt.
Wie hoch diese Entschädigung typischerweise ausfällt und woran sie sich in der Praxis orientiert, erklärt unser Partnernetzwerk im Detail: dein-medizinstudium.de, PJ-Gehalt. Plane deine Finanzierung deshalb nicht allein über die PJ-Entschädigung, sondern kombiniere sie bei Bedarf mit BAföG, Stipendien oder Ersparnissen.
Praktisches Medizinisches Jahr erlaubt laut Gesetz nur eine begrenzte Fehlzeit. Nach § 3 der Approbationsordnung für Ärzte darfst du im PJ bis zu 30 Ausbildungstage fehlen, davon höchstens 20 Tage je Ausbildungsabschnitt beziehungsweise Tertial. Bei besonderer Härte kann die zuständige Behörde auf Antrag zusätzliche Fehlzeit anrechnen (Approbationsordnung für Ärzte, §3, Gesetze im Internet, 2002).
Längere Unterbrechungen aus wichtigem Grund, etwa durch Krankheit oder Mutterschutz, werden dabei bis zu maximal zwei Jahre rückwirkend angerechnet. Sprich Unterbrechungen immer frühzeitig mit deinem Landesprüfungsamt ab, statt dich auf Erfahrungsberichte anderer PJler zu verlassen. Planst du dein Tertial im Ausland, gilt zusätzlich: Gesetzliche Feiertage am Zielort zählen nicht als Fehltage.
Praktisches Medizinisches Jahr bedeutet vor allem echte Verantwortung im klinischen Alltag. Im PJ arbeitest du direkt am Krankenbett und übernimmst feste Aufgaben im medizinischen Team, immer unter ärztlicher Aufsicht. Der genaue Zuschnitt variiert je nach Fachbereich und Klinik, typischerweise gehören aber mehrere wiederkehrende Tätigkeiten zum Alltag.
Dazu zählen unter anderem:
Aus Gesprächen mit PJlerinnen und PJlern an unseren Auslandsstandorten wissen wir: Wer schon während der Famulatur ähnliche Aufgaben geübt hat, startet im PJ deutlich sicherer. Unsere Famulatur-Übersicht zeigt, wie du dich darauf gezielt vorbereitest.
Nach Abschluss deines PJ ist die dritte ärztliche Prüfung, kurz M3, Voraussetzung für die Approbation. Die Anmeldung dazu läuft über dein Landesprüfungsamt, mit Fristen zum 10. Januar beziehungsweise 10. Juni (IMPP, Prüfungstermine Medizin, 2026).
Deine Immatrikulation muss während der gesamten Prüfungszeit aufrechterhalten bleiben. Was danach an Papierkram folgt und wie die Approbation formal beantragt wird, insbesondere nach einem Studienabschnitt im Ausland, erklärt unser Partnernetzwerk ausführlich: dein-medizinstudium.de, Approbation nach dem Medizinstudium im Ausland.

Praktisches Medizinisches Jahr erfordert für die Anmeldung mehrere Nachweise. Für die PJ-Anmeldung bei deinem Landesprüfungsamt beziehungsweise Studiendekanat brauchst du mehrere Nachweise, die du am besten frühzeitig zusammenstellst, damit die Bewerbung nicht an fehlenden Unterlagen scheitert.
Gehe dabei in dieser Reihenfolge vor:
Ein durchdachtes Anschreiben oder Motivationsschreiben hilft dir zusätzlich, dich bei begehrten Kliniken oder Auslandsplätzen von anderen Bewerbungen abzuheben. Eine Vorlage dafür findest du in unserem Muster für die Bewerbung im Auslandspraktikum.
Dein PJ im Ausland, gut organisiert. Wir übernehmen für dich die Organisation an geprüften Kliniken in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar, inklusive Unterkunft und Vorbereitung. Sichere dir jetzt deine kostenlose Beratung und starte gut vorbereitet in dein Praktisches Jahr.
Praktisches Medizinisches Jahr ist anspruchsvoll, aber mit guter Planung gut zu meistern. Kenne deine Fristen, kläre die Anerkennung deines Wunschtertials frühzeitig mit dem Landesprüfungsamt und behalte den Übergang zum Quartals-PJ ab 2025 im Blick. Egal ob du in Deutschland bleibst oder ein Tertial im Ausland planst: Je früher du startest, desto entspannter läuft dein PJ. Unsere Beratung unterstützt dich dabei gerne persönlich.
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