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Allgemein


Auslands-BAföG ist die staatliche Förderung, mit der du deine Famulatur, dein Pflegepraktikum oder dein PJ-Tertial im Ausland finanzieren kannst – und sie ist deutlich großzügiger, als viele Medizinstudierende annehmen. Wer ein Praktikum in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar plant, kann über das Auslands-BAföG nicht nur den regulären Bedarfssatz erhalten, sondern zusätzlich eine Reisekostenpauschale von bis zu 1.000 Euro und – je nach Zielland – einen Auslandszuschlag. Genau jetzt, im Juli 2026, mitten in der Planungsphase für die Famulatur- und PJ-Saison im Winter- und Sommersemester 2026/27, lohnt sich der Blick auf diese Förderung: Der Antrag hat eine lange Bearbeitungszeit, und wer zu spät dran ist, verschenkt bares Geld.
Key Takeaways
- Auslands-BAföG umfasst den regulären Bedarfssatz (2026 bis zu 992 Euro pro Monat) plus auslandsspezifische Zusatzleistungen.
- Die Reisekostenpauschale beträgt 500 Euro im europäischen und 1.000 Euro im außereuropäischen Ausland – also für alle vier travel4med-Standorte.
- Für ein gefördertes Auslandspraktikum muss deine Studien- und Prüfungsordnung ein Praktikum von mindestens 12 Wochen vorsehen – ein einzelner vierwöchiger Famulaturabschnitt reicht allein oft nicht.
- Auch wer im Inland kein BAföG bekommt, hat im Ausland wegen höherer Freibeträge häufig trotzdem Anspruch – ein Antrag lohnt sich fast immer.
- Stelle den Antrag mindestens sechs Monate vor Abreise beim für dein Zielland zuständigen Auslands-BAföG-Amt, da die Bearbeitung bis zu einem halben Jahr dauern kann.
Auslands-BAföG ist kein eigenes Gesetz, sondern die Anwendung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) auf eine Ausbildung im Ausland. Gefördert werden ein Studium, ein Studienaufenthalt oder ein Pflichtpraktikum außerhalb Deutschlands (Bundesministerium für Bildung und Forschung, „Gibt es BAföG auch im Ausland?", 2026). Für dich als Medizin- oder Pflegestudentin oder -student ist vor allem die Praktikumsförderung relevant: Famulatur, Krankenpflegepraktikum und PJ-Tertial können darunterfallen, wenn sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Der große Unterschied zum Inlands-BAföG sind die zusätzlichen Leistungen: Reisekosten, in vielen Ländern ein Auslandszuschlag und – bei einem echten Auslandsstudium – auch Studiengebühren. Deshalb kann Auslands-BAföG spürbar höher ausfallen als die Förderung im Inland.
Die Basis bildet der reguläre BAföG-Bedarfssatz. Er liegt 2026 bei bis zu 992 Euro pro Monat, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst und nicht über sie krankenversichert bist. Dieser Höchstsatz setzt sich zusammen aus 475 Euro Grundbedarf, 380 Euro Wohnpauschale, 109 Euro Zuschlag zur Kranken- und 28 Euro zur Pflegeversicherung (Studis Online, „BAföG-Höchstsatz 2026", 2026). Wer noch bei den Eltern wohnt, erhält statt der 380 Euro Wohnpauschale nur 59 Euro, wer familienversichert ist, höchstens 855 Euro.
Gut zu wissen: Zum Wintersemester 2026/27 soll der Höchstsatz laut dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung von 2025 steigen – unter anderem durch eine höhere Wohnpauschale von 440 statt 380 Euro, also 60 Euro mehr pro Monat (Studis Online, „BAföG-Höchstsatz 2026", 2026). Ob und wann die Erhöhung genau kommt, solltest du kurz vor deinem Antrag prüfen.

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Über den regulären Bedarfssatz hinaus gibt es beim Auslands-BAföG drei Zusatzbausteine. Der wichtigste für ein Praktikum ist die Reisekostenpauschale: Sie beträgt 500 Euro für Hin- und Rückreise im europäischen Ausland und 1.000 Euro im außereuropäischen Ausland (Studis Online, „Höhe Auslands-BAföG und Dauer der Förderung", 2026). Da alle vier travel4med-Standorte außerhalb Europas liegen, greift für dich die höhere Pauschale.
Zweitens gibt es einen Auslandszuschlag, dessen Höhe vom Zielland abhängt. In der EU und der Schweiz ist er grundsätzlich nicht vorgesehen; in vielen anderen Ländern beträgt er 0 Euro, in einzelnen Ländern jedoch mehr. Die Sätze werden in der Regel Anfang April und Anfang Oktober für das kommende Halbjahr veröffentlicht (Studis Online, „BAföG-Auslandszuschlag 2026", 2026). Drittens werden bei einem echten Auslandsstudium – nicht bei einem reinen Praktikum – auch Studiengebühren bis zu einem gesetzlichen Höchstbetrag für längstens ein Jahr übernommen. Für ein Klinikpraktikum ist das meist zweitrangig, weil dort in der Regel keine Studiengebühren anfallen.
Ja, aber an eine wichtige Bedingung geknüpft: In deiner Studien- und Prüfungsordnung muss ein Praktikum von mindestens 12 Wochen (bis maximal 12 Monaten) vorgeschrieben sein, und das Auslandspraktikum muss dem Studium förderlich und zumindest teilweise anrechenbar sein (auslandsbafoeg.de, „Auslandspraktikum mit BAföG-Förderung", 2026). Diese 12-Wochen-Schwelle ist der Punkt, an dem viele Anträge scheitern.
Praktisch heißt das: Ein einzelner vierwöchiger Famulaturabschnitt erreicht die 12-Wochen-Grenze allein nicht. Ein PJ-Tertial dauert dagegen 16 Wochen und liegt damit klar darüber; auch ein längeres, zusammenhängendes Pflege- oder Wahlpraktikum kann die Schwelle erreichen. Wenn du also mehrere Praktikumsabschnitte im Ausland bündelst oder ein PJ-Tertial planst, stehen deine Chancen deutlich besser. Kläre die genaue Formulierung in deiner Prüfungsordnung frühzeitig mit deinem Prüfungsamt – die Details entscheiden über den Anspruch. Wie du Famulatur und PJ organisatorisch planst, liest du in unseren Ratgebern Famulatur im Ausland und PJ im Ausland.
In sehr vielen Fällen ja. Beim Auslands-BAföG gelten wegen der auslandsbedingten Mehrkosten höhere Bedarfssätze und teils günstigere Einkommensfreibeträge als im Inland. Dadurch haben regelmäßig auch Studierende Anspruch, deren Elterneinkommen für das normale Inlands-BAföG zu hoch ist (htw Berlin, „Auslands-BAföG", 2026). Ein abgelehnter Inlands-Antrag ist also kein Grund, auf das Auslands-BAföG zu verzichten.
Hinzu kommt: Selbst wenn am Ende nur die Reisekostenpauschale und der Auslandszuschlag bewilligt werden, sind das für ein außereuropäisches Ziel schnell über 1.000 Euro, die du sonst komplett selbst tragen würdest. Für die weitere Finanzierung – etwa Stipendien, Bildungskredit oder KfW-Studienkredit – lohnt sich zusätzlich ein Blick in unsere Ratgeber Auslandspraktikum Finanzierung und Förderung Auslandspraktikum.
Kostenlose Beratung zu deinem Auslandspraktikum. Du weißt nicht, ob deine Famulatur oder dein PJ die Voraussetzungen fürs Auslands-BAföG erfüllt? In der kostenlosen Beratung von travel4med gehen wir gemeinsam durch, welche Förderung zu deinem Zielland und deiner Aufenthaltsdauer passt.
Der wichtigste Fehler beim Auslands-BAföG ist ein zu später Antrag. Weil die Bearbeitung bis zu einem halben Jahr dauern kann, solltest du den Antrag mindestens sechs Monate vor Beginn deines Auslandsaufenthalts stellen (auslandsbafoeg.de, 2026). So gehst du vor:

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Für alle vier travel4med-Standorte gilt: Sie liegen außerhalb Europas, damit greift die höhere Reisekostenpauschale von 1.000 Euro, und ein Auslandszuschlag ist – anders als in der EU – grundsätzlich möglich. Entscheidend bleibt aber die 12-Wochen-Regel deiner Prüfungsordnung. Ein PJ-Tertial in Sri Lanka oder ein längeres kombiniertes Praktikum in Nepal hat daher die besten Förderchancen, während eine einzelne kurze Famulatur eher über andere Wege finanziert wird.
Denk daran, dass Auslands-BAföG die Kosten für Versicherung und Impfungen nicht ersetzt: Eine private Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport bleibt für diese Länder Pflicht – Details dazu in unserem Ratgeber Versicherung für Famulatur und PJ im Ausland. Eine Übersicht aller Zielorte findest du auf unserer Standortübersicht, erste Eindrücke in den Erfahrungsberichten. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf die europäische Alternative Erasmus+ Auslandspraktikum, falls du zusätzlich einen europäischen Abschnitt einplanst.
Die Fakten in diesem Guide zum Auslands-BAföG für Famulatur und PJ im Ausland stammen aus folgenden Quellen.
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