
Typhus im Auslandspraktikum: Impfung, Risiko, Schutz
Typhus im Auslandspraktikum 2026: Erfahre, wann die Impfung wirklich indiziert ist, wie gut sie schützt und wie du dich in Sri Lanka und Nepal absicherst.

MUDr. Amandeep Grewal
11. September 2026

Die Grippeimpfung ist die jährliche Impfung gegen die saisonale Influenza, und für dein Auslandspraktikum ist sie ein größeres Thema, als die meisten Studierenden vermuten. Die Kurzantwort: Das Zeitfenster liegt laut Robert Koch-Institut zwischen Oktober und Mitte Dezember, weil der Impfschutz erst nach 10 bis 14 Tagen vollständig aufgebaut ist. Laut STIKO und DTG galt die Influenza vor der COVID-19-Pandemie als die häufigste impfpräventable reiseassoziierte Erkrankung. Wann die Impfung dir tatsächlich empfohlen wird, was sie leistet und was in den Tropen anders läuft, liest du hier.
Geschrieben von MUDr. Amandeep Grewal aus dem travel4med-Team, mit Schwerpunkt auf der reisemedizinischen Vorbereitung von Famulaturen, Pflegepraktika und PJ-Tertialen.
Zwei Dinge gleichzeitig. Die Grippeimpfung senkt dein eigenes Risiko, mitten im Praktikum eine Woche flachzuliegen, und sie reduziert laut RKI die Weiterverbreitung des Virus in der Einrichtung, in der du arbeitest. Das zweite Argument wiegt auf Station schwerer als das erste, weil deine Patientinnen und Patienten oft Grunderkrankungen mitbringen.
Das RKI formuliert das deutlich: Medizinisches Personal stellt eine mögliche Infektionsquelle für die zu betreuenden Patientinnen und Patienten dar, und deren Risiko für einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf ist wegen bestehender Grunderkrankungen erhöht. Die Impfung des medizinischen Personals folgt deshalb auch dem ethischen Gebot, Patientinnen und Patienten nicht zu schaden.
Dazu kommt der praktische Teil, und der spricht ebenfalls für die Grippeimpfung. Eine Influenza dauert laut Epidemiologischem Bulletin 27/2026 etwa 5 bis 7 Tage. Bei einer vierwöchigen Famulatur ist das ein Viertel deiner Zeit. Wie Fehltage angerechnet werden, entscheidet dein eigenes Landesprüfungsamt, und die 16 Ämter handhaben das unterschiedlich. Frag dort nach, bevor du improvisierst. Welche Nachweise sonst zählen, steht in den Grundlagen zur Famulatur.

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Das RKI empfiehlt die jährliche Grippeimpfung im Herbst und Winter, konkret ab Oktober bis Mitte Dezember. Der Grund ist simpel: Die Influenzawelle erreicht in Deutschland meist nach der Jahreswende ihren Höhepunkt, die Fallzahlen steigen aber schon ab Ende September. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist.
Versäumst du das Fenster für die Grippeimpfung, ist der Zug nicht abgefahren. Das RKI hält es auch zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch für sinnvoll, die Impfung nachzuholen, weil sich nie genau vorhersagen lässt, wie lange eine Welle andauert. In der Saison 2022/2023 kam es zum Beispiel im März zu einer zweiten Welle durch eine andere Virusvariante.
Für die Saison 2026/27 hat die WHO die Zusammensetzung der Impfstoffe für die Nordhalbkugel am 27. Februar 2026 veröffentlicht. Für eibasierte Impfstoffe empfiehlt sie eine trivalente Kombination aus einem A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnlichen Virus, einem A/Darwin/1454/2025 (H3N2)-ähnlichen Virus und einem B/Tokyo/EIS13-175/2025 Virus der B/Victoria-Linie.
Die saisonale Influenza kommt weltweit vor. Laut Epidemiologischem Bulletin 27/2026 galt sie vor der COVID-19-Pandemie als die häufigste impfpräventable reiseassoziierte Erkrankung, und die präpandemische Inzidenzrate für Reisende wird mit rund 1 Prozent pro Reisemonat angegeben. Die WHO beziffert die weltweite Krankheitslast auf etwa eine Milliarde Erkrankungen pro Jahr, darunter 3 bis 5 Millionen schwere Verläufe und 290.000 bis 650.000 Todesfälle durch Atemwegserkrankungen. Eine Größenordnung, die bei der Tropenvorbereitung selten auf der Liste steht.
Gegen genau diese Wahrscheinlichkeit arbeitet die Grippeimpfung. Die Inkubationszeit beträgt im Schnitt 2 Tage, mit einer Spanne von 1 bis 4 Tagen. Übertragen wird über Tröpfchen beim Husten und Niesen, über kleinere Tröpfchenkerne beim Atmen und Sprechen, indirekt über die Hände und über kontaminierte Oberflächen. Klingt nach deinem Stationsalltag? Genau. Wie du dort sonst noch Infektionsrisiken senkst, steht im Beitrag zu Krankenhauskeimen im Auslandspraktikum.
Ein Punkt wird oft übersehen. Das Risiko, die Erkrankung nach der Rückkehr weiterzuverbreiten, ist laut Bulletin in der Influenza-Saison sehr hoch. Du fliegst also nicht nur mit einem Risiko hin, sondern unter Umständen auch mit einem zurück.
Weil es drei Zonen gibt statt einer Saison. Das Epidemiologische Bulletin 27/2026 nennt für die Nordhalbkugel Oktober bis April, für die Südhalbkugel April bis Oktober, und in den Tropen werden Influenza-Erkrankungen ganzjährig beobachtet. In manchen Regionen gibt es sogar zwei Perioden erhöhter Viruszirkulation pro Jahr, in Thailand etwa von Januar bis April und von Juni bis September.
Das Bulletin nennt für die Influenza keine Länderliste, sondern Zonen. Die Zuordnung unserer vier Standorte zu diesen Zonen ergibt sich aus ihrer geografischen Lage:
| Standort | Land | Lage | Was das Bulletin für diese Zone sagt |
|---|---|---|---|
| Sri Lanka | Sri Lanka | Tropen, nördlich des Äquators | ganzjährige Zirkulation möglich, dazu Nordhalbkugel-Saison Oktober bis April |
| Nepal | Nepal | nördlich des Äquators, überwiegend nördlich des Wendekreises | Nordhalbkugel-Saison Oktober bis April |
| Bali | Indonesien | Tropen, südlich des Äquators | ganzjährige Zirkulation möglich, dazu Südhalbkugel-Saison April bis Oktober |
| Sansibar | Tansania | Tropen, südlich des Äquators | ganzjährige Zirkulation möglich, dazu Südhalbkugel-Saison April bis Oktober |
Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz für deine Grippeimpfung. Bei einem mehrwöchigen Aufenthalt auf der südlichen Halbkugel während der dortigen Influenza-Saison hält es das Bulletin für sinnvoll, die Impfung mit dem vor Ort verfügbaren Impfstoff durchführen zu lassen, denn der Südhalbkugel-Impfstoff ist in der Regel nur dort zu bekommen. Das regelst du nicht am Abflugtag. Sprich es in der reisemedizinischen Beratung an, zusammen mit der besten Reisezeit für dein Praktikum.
Schwankend. Die Wirksamkeit hängt laut Epidemiologischem Bulletin 27/2026 davon ab, wie gut die Impfstoffvarianten zu den lokal zirkulierenden Viren passen, und vom immunologischen Imprinting, also von deinen früheren Kontakten mit Influenza-Viren und Impfantigenen. In europäischen und US-amerikanischen Studien lag die Wirksamkeit gegen laborbestätigte influenzabedingte Arztkonsultationen in den Saisons 2010/11 bis 2019/20 jeweils zwischen 20 und 60 Prozent.
Das klingt bescheiden, und ehrlich gesagt ist es das auch. Nur: Genau diese Spanne ist der Grund, warum Händehygiene, das Meiden von Menschenansammlungen und im Zweifel eine Mund-Nasen-Maske im Bulletin als weitere Präventionsmaßnahmen stehen. Als Ergänzung, nicht als Alternative.
Pro Saison ist für die Grippeimpfung eine Impfstoffdosis vorgesehen. Wer bereits geimpft ist, soll sich laut RKI innerhalb derselben Saison kein zweites Mal impfen lassen. Es gibt keine Daten zur sequenziellen Impfung, und die Standardimpfstoffe sind nicht als Booster entwickelt.

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Über die Reise wahrscheinlich nicht, über den Beruf möglicherweise schon. Reisemedizinisch empfiehlt das Epidemiologische Bulletin 27/2026 die Grippeimpfung für Reisende ab 60 Jahren und für Reisende, für die ohnehin eine Indikationsimpfempfehlung der STIKO besteht, etwa in der Schwangerschaft oder bei einer chronischen Grunderkrankung. Als gesunde:r 23-Jährige:r fällst du über die Reise allein nicht darunter.
Daneben steht die berufliche Empfehlung. Geimpft werden sollten laut STIKO im Rahmen eines erhöhten beruflichen Risikos unter anderem Personen mit erhöhter Gefährdung, ausdrücklich genannt wird medizinisches Personal, sowie Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr. Ob du als Famulantin, PJler oder Pflegepraktikantin darunter fällst, entscheidet nicht dieser Text, sondern die Gefährdungsbeurteilung deiner Einrichtung. Die Umsetzung der beruflichen Indikationsimpfempfehlung liegt in Betrieben und Arbeitsstätten beim zuständigen betriebsärztlichen Dienst.
Und wenn beides nicht greift? Dann gilt der Satz, den das RKI extra hinschreibt: Dass die STIKO die Impfung nur für bestimmte Personengruppen empfiehlt, bedeutet nicht, dass sie anderen Personen davon abrät. Bei Bedarf solltest du klären, ob deine Krankenkasse die Kosten der Grippeimpfung übernimmt. Wie du das Gespräch mit dem Betriebsarzt aufziehst, steht im Beitrag zur arbeitsmedizinischen Vorsorge vor dem Auslandspraktikum.
Seltener, als du denkst, und in deiner Altersgruppe am seltensten. In der OKaPII-Befragung des RKI von 2025 gaben 56,3 Prozent von 12.324 Mitarbeitenden aus 85 Kliniken an, sich in der Saison 2024/25 gegen Influenza geimpft zu haben. Die Quote steigt mit dem Alter, und die 18- bis 30-Jährigen bilden das Schlusslicht.
Nach Berufsgruppe fällt der Unterschied noch deutlicher aus. Die Ärzteschaft nahm die Impfung mit 80,8 Prozent am häufigsten in Anspruch, während sich in den therapeutischen und pflegerischen Berufen etwa die Hälfte dafür entschied.
| Gruppe | Impfquote in der Saison 2024/25 |
|---|---|
| alle Teilnehmenden | 56,3 Prozent |
| Ärzteschaft | 80,8 Prozent |
| therapeutische und pflegerische Berufe | etwa die Hälfte |
| mindestens wöchentlicher Kontakt zu besonders gefährdeten Patientengruppen | 58,8 Prozent |
| seltener oder kein Kontakt zu diesen Gruppen | 54,3 Prozent |
Der häufigste Grund gegen die Grippeimpfung war übrigens kein medizinischer. Es war fehlende Priorisierung: vergessen, zu spät daran gedacht, keine Zeit gefunden. Genau der Fehler, den ein Kalendereintrag im September verhindert. Nebenbei wussten nur 21 Prozent der Befragten, dass die Impfung das Risiko für einen Herzinfarkt senken kann.
Rückwärts, nicht vorwärts. Der Termin gehört in den Kalender, bevor der Flug gebucht ist:

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Die Grippeimpfung ist nur ein Baustein. Die reisespezifischen Impfungen für deinen Standort sortierst du am besten in einem Rutsch, und zwar im selben Termin. Den Überblick dazu liefert unser Beitrag zu den Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland, die nahrungs- und wasserassoziierte Seite steht im Beitrag zu Typhus im Auslandspraktikum.
Zwei Dinge gehen im Grippe-Kontext gern unter. Erstens gehört ein Fieberthermometer in die Reiseapotheke für Famulatur und PJ, weil du bei Fieber im Praktikum schnell einordnen musst, ob du an Influenza, an Reisedurchfall oder an etwas Tropenspezifisches denkst. Zweitens solltest du wissen, was deine Versicherung für Famulatur und PJ im Ausland bei einer ambulanten Behandlung vor Ort zahlt. Eine unkomplizierte Influenza wird symptomatisch behandelt, bei Zeichen einer bakteriellen Superinfektion sind laut Bulletin Antibiotika indiziert.
Falls du dich fragst, ob das alles auch fürs Pflegepraktikum oder fürs Praktische Jahr gilt: ja. Den Unterschied macht der Patientenkontakt, nicht die Bezeichnung deines Praktikums.

Trag dir jetzt einen Termin für die Grippeimpfung im Oktober ein, klär die berufliche Indikation mit dem betriebsärztlichen Dienst und bestimm, in welcher der drei Zonen dein Praktikum liegt. Mehr ist es nicht. Der häufigste Grund gegen die Impfung ist laut RKI-Befragung nicht die Skepsis, sondern das Vergessen, und dagegen hilft ein Kalendereintrag zuverlässiger als jedes Argument. Wie andere Studierende ihre Vorbereitung angegangen sind, liest du in den Erfahrungsberichten.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal, geprüft am 14.09.2026 gegen die Empfehlungen von STIKO und DTG, die Angaben des Robert Koch-Instituts und die Veröffentlichungen der WHO. Der Beitrag ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.
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