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Stipendien für Famulatur, Pflegepraktikum und PJ im Ausland

Samet Ata
Samet AtaMedizinstudent & Standortbetreuer
  • 4. November 2026
  • 24 Minuten
Stipendien für Famulatur, Pflegepraktikum und PJ im Ausland

Die wichtigsten Stipendien für eine Famulatur, ein Pflegepraktikum oder ein PJ im Ausland sind in Deutschland PROMOS über deine eigene Hochschule (ab 30 Tagen), universitätseigene Fördertöpfe, die 13 Begabtenförderungswerke und für Pflichtpraktika ab zwölf Wochen außerhalb der EU das Auslands-BAföG. In Österreich fördern einzelne Medizinunis wie die JKU Linz und die MedUni Innsbruck Auslandsfamulaturen schon ab vier Wochen.

Recherchiert und redaktionell geprüft von Samet Ata, Medizinstudent und Standortbetreuer bei travel4med, selbst ehemaliger Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung · Stand der Angaben: 31.10.2026

Welche Stipendien gibt es für medizinische Auslandspraktika in Sri Lanka, Sansibar und Nepal? Ich zeige dir, welche Fördermöglichkeiten für Studierende aus Deutschland und Österreich tatsächlich infrage kommen, worauf du bei der Bewerbung achten solltest und welche Erfahrungen ich selbst mit einem Stipendium gemacht habe.

Leider direkt vorweg: Eine Stipendienfinanzierung ist nicht für alle Studierenden möglich. Es gibt zwar einige interessante Förderprogramme, allerdings hängt es ziemlich stark davon ab, an welcher Universität du studierst, wie lange dein Praktikum dauert und teilweise auch davon, wie du dich bisher im Studium oder gesellschaftlich engagiert hast.

Trotzdem würde ich mich davon erst einmal nicht abschrecken lassen. Gerade wenn du dein Pflegepraktikum, deine Famulatur oder dein Praktisches Jahr im Ausland absolvieren möchtest, lohnt es sich durchaus, nach einer Förderung zu schauen. Mit etwas Glück kannst du zumindest einen Teil deiner Reise- oder Praktikumskosten darüber finanzieren.

Ich habe meine eigenen Pflegepraktika damals übrigens auch mit Unterstützung eines Stipendiums finanziert und war selbst Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Deshalb kenne ich das Ganze nicht nur aus meiner Arbeit bei travel4med, sondern auch aus eigener Erfahrung.

In diesem Artikel möchte ich dir die Fördermöglichkeiten vorstellen, die für unsere Praktika in Sri Lanka, Sansibar und Nepal interessant sein können. Dabei geht es mir vor allem darum, dir einen realistischen Überblick zu geben. Denn nicht jedes Stipendium, das irgendwo für einen Auslandsaufenthalt ausgeschrieben wird, eignet sich automatisch auch für eine vierwöchige Famulatur oder ein Pflegepraktikum.

Key Takeaways

  • Deine eigene Universität ist meistens die beste erste Anlaufstelle. Gerade für vierwöchige Praktika können universitätseigene Förderprogramme interessant sein.

  • PROMOS ist für Studierende deutscher Hochschulen besonders relevant. Das Programm unterstützt Auslandspraktika ab 30 Tagen, sofern deine Universität das Vorhaben fördert.

  • Begabtenförderungswerke können dein Studium langfristig unterstützen. Wenn du bereits ein Stipendium hast oder dich frühzeitig bewirbst, kann sich daraus auch eine Förderung für dein Auslandspraktikum ergeben.

  • Österreichische Universitäten haben teilweise eigene Förderungen für Famulaturen. In Linz sind beispielsweise 600 Euro für eine vierwöchige Famulatur außerhalb Europas vorgesehen.

  • Die Praktikumsdauer ist entscheidend. Für ein vierwöchiges Praktikum kommen teilweise andere Programme infrage als für einen längeren Aufenthalt im PJ oder KPJ.

Kann ich ein über travel4med organisiertes Praktikum überhaupt mit einem Stipendium finanzieren?

Grundsätzlich ja. Für die meisten Förderprogramme ist nicht entscheidend, über welchen Anbieter du dein Praktikum gebucht hast, sondern ob das Praktikum einen fachlichen Bezug zu deinem Studium hat, ob die Einrichtung und der Aufenthalt anerkannt werden und ob du die formalen Fördervoraussetzungen erfüllst. Einige Programme fördern allerdings nur bestimmte Kliniken oder Organisationsformen.

Bei travel4med organisieren wir medizinische Praktika an Krankenhäusern in Sri Lanka, Nepal und Sansibar. Dazu gehören beispielsweise Pflegepraktika, Famulaturen und PJ-Aufenthalte. Die Praktika finden an medizinischen Einrichtungen vor Ort statt und können, abhängig von den Voraussetzungen deiner Universität beziehungsweise deines Landesprüfungsamtes, als Teil deiner Ausbildung anerkannt werden.

Allerdings gibt es auch Förderprogramme, die ausschließlich bestimmte Partneruniversitäten, direkt organisierte Aufenthalte oder ausgewählte Krankenhäuser unterstützen.

Deshalb würde ich dir empfehlen, bereits vor der Bewerbung beim International Office nachzufragen, ob auch ein über travel4med vermitteltes und organisiertes medizinisches Praktikum gefördert werden kann.

Was ist PROMOS und für welche Praktika passt es?

PROMOS steht für „Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden deutscher Hochschulen". Das Programm wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanziert. Wenn du an einer deutschen Hochschule studierst, würde ich mir PROMOS als Erstes anschauen.

Das Besondere daran: Du bewirbst dich normalerweise nicht direkt beim DAAD, sondern bei deiner eigenen Universität.

Die Hochschulen erhalten Fördermittel und entscheiden dann selbst, welche Auslandsaufenthalte sie fördern und unter welchen Voraussetzungen sie die Stipendien vergeben.

Begabtenförderungswerke: So habe ich meine eigenen Pflegepraktika finanziert

Eine zweite Möglichkeit, die ich dir gerne vorstellen möchte, sind die deutschen Begabtenförderungswerke.

Mit dieser Art von Stipendium habe ich selbst ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Ich war während meines Studiums Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und konnte dadurch unter anderem meine Pflegepraktika finanziell unterstützen.

Insgesamt gibt es 13 große Begabtenförderungswerke, die vom BMFTR gefördert werden.

Anders als bei PROMOS geht es hier allerdings nicht nur um einen einzelnen Auslandsaufenthalt. Die Stiftungen unterstützen Studierende grundsätzlich über einen längeren Zeitraum ihres Studiums hinweg.

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Welche Förderungen bieten deutsche Universitäten selbst an?

Neben PROMOS haben manche Universitäten und medizinische Fakultäten eigene Förderprogramme für Auslandsaufenthalte, etwa Reisekostenzuschüsse für Auslandsfamulaturen, eigene Mobilitätsstipendien oder Mittel aus einem fakultätseigenen Fonds. Einheitliche Regeln gibt es dafür nicht. Die Höhe reicht von einem kleineren einmaligen Zuschuss bis zu einer größeren Beteiligung an Reise- oder Aufenthaltskosten.

Diese Programme finde ich gerade für unsere kürzeren Praktika besonders interessant, weil die Voraussetzungen manchmal etwas flexibler sind als bei größeren bundesweiten Stipendien.

Das Problem ist nur, dass diese Fördermöglichkeiten teilweise ziemlich versteckt auf den Universitätsseiten stehen.

Ich würde deshalb immer an zwei Stellen nachfragen: beim International Office deiner Universität und zusätzlich beim Studiendekanat beziehungsweise der zuständigen Stelle deiner medizinischen Fakultät.

Falls du Pflege, Physician Assistance oder einen anderen Gesundheitsstudiengang studierst, kann entsprechend auch deine Fakultät oder dein Praxisreferat die richtige Anlaufstelle sein.

Du kannst ganz konkret fragen, ob Fördermittel für ein selbst organisiertes oder über einen externen Anbieter vermitteltes Pflichtpraktikum außerhalb Europas zur Verfügung stehen.

Gerade bei einer Famulatur in Sri Lanka, Sansibar oder Nepal kann eine solche Nachfrage durchaus sinnvoll sein.

Und selbst wenn es an deiner Universität keinen eigenen Fördertopf gibt, kann dir das International Office häufig sagen, welche externen Programme für deinen Studiengang infrage kommen.

Bereit für dein Auslandsabenteuer? Ob Famulatur, Pflegepraktikum oder PJ im Ausland: In unserer kostenlosen Beratung sichern wir dir deinen Platz und klären gemeinsam, welcher Zeitraum zu deiner Förderung passt.

Welche Stipendien gibt es für Studierende aus Österreich?

Wenn du in Österreich Medizin studierst, würde ich tatsächlich noch stärker als in Deutschland zuerst bei deiner eigenen Universität schauen. Mehrere österreichische medizinische Universitäten bieten eigene Fördermöglichkeiten für Auslandsfamulaturen und Teile des Klinisch-Praktischen Jahres (KPJ) an, einige davon ausdrücklich auch für selbst organisierte Aufenthalte.

Johannes Kepler Universität Linz: 600 Euro für vier Wochen außerhalb Europas

Die JKU Linz hat ein eigenes Auslandsstipendium für Famulaturen und KPJ-Aufenthalte.

Für eine vierwöchige Famulatur außerhalb Europas sieht die Universität eine Förderung von 600 Euro vor.

Das ist für unsere Standorte Sri Lanka, Nepal und Sansibar natürlich interessant, weil alle drei außerhalb Europas liegen und wir auch vierwöchige Praktika anbieten.

Allerdings gibt es eine wichtige Voraussetzung: Laut JKU muss die Famulatur an einem Universitäts- und/oder Lehrkrankenhaus stattfinden. Für die Anerkennung gilt zusätzlich: Selbst organisierte Auslandsfamulaturen werden an der JKU nur (vor)anerkannt, wenn du sie an einem öffentlichen Lehrkrankenhaus absolvierst.

Deshalb solltest du vorher abklären, ob das konkrete Krankenhaus, an dem du über travel4med eingesetzt wirst, diese Anforderungen erfüllt.

Die Förderung muss vor Beginn des Aufenthalts beantragt werden.

Für längere Aufenthalte ab acht Wochen gibt es eigene Sätze: Außerhalb Europas zahlt die JKU 200 Euro pro Monat (350 Euro nur für Australien, Kanada, Neuseeland und die USA) plus einen Reisekostenzuschuss von 500 Euro. Für Sri Lanka, Nepal und Sansibar wären das also 200 Euro pro Monat plus 500 Euro.

Weitere Informationen findest du auf der Website der JKU zu Famulatur und KPJ im Ausland und zur Anerkennung auf der JKU-Seite zur Famulatur Humanmedizin.

Medizinische Universität Innsbruck: Freemover-Förderung

Die MedUni Innsbruck bietet eine Förderung für sogenannte Freemover an.

Damit sind Studierende gemeint, die ihren Auslandsaufenthalt selbst organisieren und dafür keine reguläre Erasmus-Förderung oder Förderung im Rahmen eines universitären Austauschprogramms bekommen.

Das Programm ist ausdrücklich für Famulaturen und KPJ-Aufenthalte vorgesehen.

Die Förderhöhe liegt je nach Dauer und Zielland bei circa 250 bis 500 Euro.

Gefördert werden Aufenthalte von mindestens vier und höchstens acht Wochen. Ausgeschlossen sind unter anderem Erasmus-geförderte Aufenthalte und Aufenthalte an Partnerinstitutionen.

Wichtig ist auch hier, dass du vorher nachfragst, ob dein konkreter über travel4med organisierter Krankenhausaufenthalt als förderfähiger Freemover-Aufenthalt eingestuft wird.

Für Aufenthalte im Jahr 2026 nennt die Universität den 11. Dezember 2026 als Frist für die vollständigen Unterlagen. Für spätere Aufenthalte solltest du unbedingt die jeweils neue Ausschreibung prüfen.

Weitere Informationen findest du auf der Freemover-Seite der MedUni Innsbruck.

Medizinische Universität Graz: Eigene Stipendien für Auslandsfamulaturen

Auch die MedUni Graz bietet verschiedene Fördermöglichkeiten für studienbezogene Auslandsaufenthalte an.

Dazu gehören unter anderem universitätseigene Programme und Freemover-Stipendien, die grundsätzlich auch für Famulaturen und Praktika im KPJ relevant sein können.

Die genauen Ausschreibungen, Fördersummen und Voraussetzungen findest du laut MedUni Graz im Intranet oder erfährst sie beim International Office.

Deshalb würde ich hier direkt beim International Office nachfragen, ob eine selbst organisierte Famulatur an einem Krankenhaus in Sri Lanka, Nepal oder Sansibar gefördert werden kann.

Gerade wenn das Praktikum nicht über eine Partneruniversität vermittelt wird, solltest du diesen Punkt ausdrücklich erwähnen.

Mehr dazu findest du bei der MedUni Graz zur internationalen Studierendenmobilität.

Medizinische Universität Wien: Bei selbst organisierten Praktika leider eingeschränkt

In Wien sieht die Situation etwas anders aus.

Die MedUni Wien weist ausdrücklich darauf hin, dass sie für selbst organisierte Auslandsaufenthalte als Free Mover keine eigene finanzielle Unterstützung anbieten kann.

Das heißt nicht, dass grundsätzlich jede andere Förderung ausgeschlossen ist. Die direkte universitätseigene Free-Mover-Förderung ist für ein entsprechendes travel4med-Praktikum aber keine realistische Option.

Auch hier kannst du dich natürlich beim International Office über externe Fördermöglichkeiten informieren.

Weitere Informationen findest du bei der MedUni Wien zu selbst organisierten Auslandsaufenthalten.

grants.at: Stipendien für Auslandspraktika in Österreich finden

Zusätzlich kannst du dir die österreichische Stipendiendatenbank grants.at anschauen.

Die Datenbank wird vom OeAD betrieben und enthält unterschiedliche Förderprogramme für Studien- und Auslandsaufenthalte.

Du kannst dort nach Förderungen suchen, die zu deinem Studienfach, deinem Aufenthaltsland und deiner geplanten Praktikumsdauer passen.

Dabei würde ich allerdings genau auf die Bedingungen achten. Nicht jedes Programm, das einen Auslandsaufenthalt fördert, unterstützt auch eine vierwöchige Famulatur.

Österreichische Studienbeihilfe: Gibt es zusätzliche Unterstützung für Famulatur oder KPJ?

Für das KPJ ja, für eine gewöhnliche Famulatur nein: Die reguläre Beihilfe für ein Auslandsstudium ist grundsätzlich nicht für Auslandspraktika vorgesehen, mit einer ausdrücklichen Ausnahme für das Klinisch-Praktische Jahr im Humanmedizinstudium. Für eine Auslandsfamulatur kann stattdessen eine gesonderte Studienunterstützung infrage kommen, die du bei deiner Stipendienstelle prüfen lassen solltest.

Wenn du in Österreich Studienbeihilfe beziehst, ist die Studienbeihilfenbehörde also die richtige Anlaufstelle. Dabei muss man zwischen der normalen Beihilfe für ein Auslandsstudium und einer möglichen Studienunterstützung unterscheiden.

Für einen entsprechend anerkannten KPJ-Aufenthalt kann unter bestimmten Voraussetzungen eine zusätzliche Auslandsbeihilfe infrage kommen.

Für Sri Lanka, Nepal und Tansania beträgt die monatliche Beihilfe nach den seit 1. März 2026 geltenden Sätzen (BGBl. II Nr. 268/2025) 450 Euro. Beziehst du lediglich eine Studienbeihilfe nach § 26 Abs. 1 StudFG, erhöht sich der Satz um 180 Euro.

Für normale vierwöchige Famulaturen greift diese Auslandsstudienbeihilfe dagegen nicht.

Allerdings gibt es die Möglichkeit einer gesonderten Studienunterstützung. Die JKU Linz verweist für Studienbeihilfenbeziehende bei Auslandsfamulaturen ausdrücklich darauf, und zwar mit den gleichen Beträgen wie bei der Auslandsbeihilfe.

Ob du dafür infrage kommst, solltest du direkt bei deiner zuständigen Stipendienstelle prüfen.

Die entsprechenden Informationen findest du bei stipendium.at – Studieren im Ausland.

Erasmus+: Interessant für längere Praktika und PJ-Aufenthalte

Erasmus+ kennt wahrscheinlich fast jeder aus dem Studium.

Was aber viele nicht wissen: Erasmus+ kann unter bestimmten Voraussetzungen auch Praktika außerhalb Europas fördern.

Dazu können grundsätzlich auch Aufenthalte an Krankenhäusern gehören. Allerdings hängt es von den Fördermöglichkeiten und Vereinbarungen deiner Hochschule ab, ob eine Mobilität nach Sri Lanka, Nepal oder Tansania tatsächlich unterstützt wird.

Für eine normale vierwöchige Famulatur würde ich allerdings nicht unbedingt mit Erasmus+ rechnen.

Der Grund ist die Mindestdauer: Reguläre Erasmus-Auslandspraktika müssen normalerweise mindestens zwei Monate dauern.

Es gibt zwar auch eine Kurzzeitvariante mit einem physischen Aufenthalt von fünf bis 30 Tagen. Diese ist für Studierende jedoch grundsätzlich mit einer verpflichtenden virtuellen Komponente verbunden und stellt daher keine automatische Alternative für unsere normalen vierwöchigen Krankenhauspraktika dar.

Interessanter wird Erasmus+ deshalb vor allem für längere Praktika oder Teile des PJ beziehungsweise KPJ.

Wenn du also beispielsweise einen mehrmonatigen klinischen Aufenthalt über travel4med planst, kannst du beim International Office nachfragen, ob eine entsprechende Erasmus-Praktikumsförderung möglich ist.

Dabei würde ich insbesondere die Förderung außereuropäischer Praktika, die Mindestdauer und die Anforderungen an das Krankenhaus klären.

Mehr dazu findest du auf der offiziellen Erasmus+-Seite für Auslandspraktika und in unserem Ratgeber zum Erasmus-Auslandspraktikum.

Sichere dir dein Infomaterial

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.

Auslands-BAföG: Vor allem für längere Pflichtpraktika interessant

Wenn du in Deutschland studierst, kann auch Auslands-BAföG eine Möglichkeit sein, einen längeren Praktikumsaufenthalt finanziell zu unterstützen.

Hier ist allerdings wichtig, dass ein Auslandspraktikum außerhalb der EU nach den gesetzlichen Voraussetzungen mindestens zwölf Wochen dauern muss.

Außerdem muss es sich um ein für die Ausbildung erforderliches und entsprechend anerkanntes Praktikum handeln.

Für eine normale vierwöchige Famulatur oder einen einzelnen vierwöchigen Pflegepraktikumsabschnitt ist das daher in der Regel keine passende Finanzierungsmöglichkeit.

Anders sieht es aus, wenn du einen längeren Pflichtpraktikumsaufenthalt planst, beispielsweise im Rahmen des PJ.

Dann kann es sich durchaus lohnen, die Voraussetzungen für Auslands-BAföG prüfen zu lassen.

Interessant ist dabei auch, dass du unter bestimmten Umständen Auslands-BAföG erhalten kannst, selbst wenn du in Deutschland keinen Anspruch auf reguläres BAföG hast.

Bei einem entsprechenden Antrag solltest du ausreichend Vorlaufzeit einplanen. Der DAAD rät, den Antrag spätestens sechs Monate vor Praktikumsbeginn zu stellen.

Weitere Informationen findest du beim DAAD zu Auslandsaufenthalten im Medizinstudium, in § 5 BAföG und in unserem Ratgeber zum Auslands-BAföG für Famulatur und PJ.

Sichere dir dein Infomaterial. Fordere in unserer kostenlosen Beratung unverbindlich alle wichtigen Infos zu Standorten, Zeiträumen und Kosten an – die brauchst du ohnehin für deinen Förderantrag.

Welche Förderung passt zu welchem travel4med-Praktikum?

Für eine vierwöchige Famulatur oder ein Pflegepraktikum passen vor allem universitätseigene Förderungen und in Deutschland PROMOS, sofern dein Aufenthalt mindestens 30 Tage dauert. Erasmus+ (regulär ab zwei Monaten) und Auslands-BAföG (außerhalb der EU ab zwölf Wochen) werden erst bei längeren Aufenthalten wie dem PJ oder KPJ interessant.

Mindestdauer je Förderprogramm im Vergleich:

Förderprogramm

Mindestdauer

Reicht für ein vierwöchiges Praktikum?

Uni-Förderung JKU Linz / MedUni Innsbruck

4 Wochen (28 Tage); Innsbruck höchstens 8 Wochen

Ja

PROMOS (Deutschland)

30 Tage laut DAAD-Förderrahmen; manche Hochschulen sechs Wochen

Nur knapp darüber

Erasmus+ Praktikum

2 Monate (ca. 60 Tage)

Nein

Auslands-BAföG (Deutschland, außerhalb der EU)

12 Wochen (84 Tage)

Nein

Quellen: DAAD, JKU Linz, MedUni Innsbruck, Europäische Kommission, § 5 BAföG. Einzelne Hochschulen können strengere Vorgaben machen.

Fördermöglichkeit

Vierwöchige Famulatur oder Pflegepraktikum

Längerer Praktikumsaufenthalt / PJ / KPJ

PROMOS (Deutschland)

Nur bei Erfüllung der Mindestdauer von 30 Tagen und der Uni-Vorgaben

Gut prüfbar, sofern die Hochschule das Praktikum fördert

Begabtenförderungswerke (Deutschland)

Für bereits Geförderte eventuell interessant

Besonders interessant für bereits Geförderte

Universitätsinterne Stipendien (Deutschland)

Je nach Hochschule häufig eine gute erste Anlaufstelle

Ebenfalls interessant

JKU-Auslandsstipendium (Österreich)

Ab vier Wochen möglich (außerhalb Europas 600 €), wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind

Ab acht Wochen 200 € pro Monat plus 500 € Reisekostenzuschuss

Freemover MedUni Innsbruck

Ab vier Wochen möglich (ca. 250 bis 500 €)

Auch für KPJ-Abschnitte, aber höchstens acht Wochen

MedUni Graz

Individuell beim International Office prüfen

Individuell beim International Office prüfen

Erasmus+

Regulär meist nicht; besondere Kurzzeitbedingungen

Ab zwei Monaten grundsätzlich prüfbar

Auslands-BAföG (Deutschland)

Wegen der zwölfwöchigen Mindestdauer nicht passend

Bei anerkannten Pflichtpraktika ab zwölf Wochen

Österreichische Auslandsbeihilfe

Für gewöhnliche Famulaturen nicht vorgesehen; Studienunterstützung gesondert prüfen

Insbesondere beim KPJ interessant

Alle diese Möglichkeiten stehen unter dem Vorbehalt, dass dein konkretes Praktikum und das jeweilige Krankenhaus die Förderbedingungen erfüllen. Eine Buchung bei travel4med allein begründet noch keinen Anspruch auf Förderung.

Welche Unterlagen brauchst du für eine Stipendienbewerbung?

Für die meisten Stipendien brauchst du eine Immatrikulationsbescheinigung, eine Bestätigung des Praktikumsplatzes mit Krankenhaus, Fachbereich und Zeitraum, ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf. Je nach Programm kommen eine Notenübersicht, ein Nachweis über die Anerkennung des Praktikums oder ein Kosten- und Finanzierungsplan dazu. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich von Programm zu Programm.

Typischerweise gehören dazu:

  • Eine Immatrikulationsbescheinigung deiner Universität

  • Eine Bestätigung des Praktikumsplatzes mit Krankenhaus, Fachbereich und Zeitraum

  • Ein Motivationsschreiben, in dem du erklärst, warum du das Praktikum absolvieren möchtest

  • Ein tabellarischer Lebenslauf

  • Gegebenenfalls eine Notenübersicht

  • Je nach Programm ein Nachweis über die Anerkennung des Praktikums

  • Gegebenenfalls ein Kosten- oder Finanzierungsplan

Gerade die Praktikumsbestätigung ist für die Bewerbung wichtig, weil die Förderstelle nachvollziehen können muss, wo und in welchem Zeitraum du tätig sein wirst.

Falls deine Universität bestimmte Angaben zur Klinik oder zum Praktikum verlangt, solltest du diese möglichst frühzeitig klären.

Außerdem würde ich bei jeder Förderung nachfragen, ob du dich bereits vor der endgültigen Buchung bewerben kannst oder ob zunächst eine verbindliche Praktikumszusage erforderlich ist. Das kann nämlich je nach Programm ganz unterschiedlich sein.

Tipps für das Anschreiben findest du in unserem Ratgeber zum Motivationsschreiben für ein Auslandspraktikum.

Du brauchst Angaben zu deinem Praktikum für die Bewerbung? In einem kostenlosen Beratungsgespräch gehen wir mit dir durch, welche Infos zu Klinik, Fachbereich und Zeitraum deine Förderstelle sehen will.

Meine Tipps für deine Stipendienbewerbung

Zum Schluss möchte ich dir noch ein paar Tipps geben, die ich dir auch persönlich mitgeben würde, wenn du mich nach einer Finanzierung für dein Praktikum fragst.

  1. Fang wirklich bei deiner eigenen Universität an. Gerade für ein vierwöchiges Praktikum würde ich zuerst die universitätseigenen Förderungen und in Deutschland zusätzlich PROMOS überprüfen. Du musst dich dabei auch nicht nur auf die Website verlassen. Eine kurze E-Mail an das International Office kann manchmal deutlich mehr bringen als eine längere Suche nach irgendwelchen Stipendien.

  2. Kläre die Anerkennung und die Praktikumsdauer vorher. Das ist besonders wichtig, wenn du an einer Universität studierst, die bestimmte Anforderungen an ausländische Krankenhäuser oder Pflichtpraktika stellt. Achte auch darauf, ob die Förderung mindestens vier Wochen, 30 Tage, sechs Wochen oder mehrere Monate verlangt. Das sind teilweise entscheidende Unterschiede.

  3. Unterschätze dein bisheriges Engagement nicht. Gerade bei den Begabtenförderungswerken zählen nicht ausschließlich perfekte Noten. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten, gesellschaftliches Engagement oder besondere persönliche Erfahrungen können wichtig sein. Ich würde mich deshalb nicht automatisch gegen eine Bewerbung entscheiden, nur weil du vielleicht keine 1,0 im Studium hast.

  4. Plane möglichst frühzeitig. Viele Stipendien haben feste Bewerbungsfristen, und teilweise liegen diese schon mehrere Monate vor dem eigentlichen Auslandsaufenthalt. Gerade wenn du dein Praktikum ohnehin länger im Voraus planst, würde ich das Thema Finanzierung direkt mit angehen.

  5. Frag ruhig auch dann nach, wenn die Website nicht eindeutig ist. Das gilt besonders für unsere über travel4med organisierten Praktika. Wenn auf der Website nur von selbst organisierten Auslandspraktika gesprochen wird, ist damit noch nicht automatisch geklärt, ob die Vermittlung über einen Anbieter zulässig oder ausgeschlossen ist. Deshalb würde ich immer den konkreten Fall beschreiben und mir die Förderfähigkeit möglichst schriftlich bestätigen lassen.

Noch Fragen offen?

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Häufige Fragen zur Stipendienfinanzierung

Fazit: Eine Förderung ist nicht immer möglich, aber Nachfragen lohnt sich

Ich hoffe, ich konnte dir einen etwas besseren Überblick darüber geben, welche Stipendien für dein Auslandspraktikum tatsächlich infrage kommen.

Natürlich wäre es schön, wenn es für jede Famulatur oder jedes Pflegepraktikum einfach ein Stipendium gäbe, mit dem man einen großen Teil der Kosten abdecken könnte. Ganz so einfach ist es leider nicht.

Trotzdem gibt es gerade über die eigene Universität durchaus Möglichkeiten, die man vielleicht gar nicht direkt auf dem Schirm hat.

Wenn du nur für vier Wochen nach Sri Lanka, Sansibar oder Nepal möchtest, würde ich zuerst die universitätseigenen Stipendien und in Deutschland die Voraussetzungen von PROMOS prüfen.

Für längere Aufenthalte, insbesondere während des PJ oder KPJ, kommen dann teilweise noch weitere Fördermöglichkeiten dazu.

Und falls du generell noch länger studierst, würde ich dir wirklich empfehlen, dich mit den Begabtenförderungswerken auseinanderzusetzen. Ich habe selbst ziemlich gute Erfahrungen damit gemacht und konnte dadurch auch meine eigenen Auslandspraktika unterstützen.

Wenn du bereits ein Praktikum mit uns planst, kannst du dich natürlich auch bei travel4med melden, falls du für deine Stipendienbewerbung noch Angaben zu deinem geplanten Praktikum oder der Einrichtung vor Ort benötigst.

Mein wichtigster Tipp bleibt aber: Frag zuerst bei deiner eigenen Universität nach. Gerade dort gibt es manchmal Fördermöglichkeiten, die man bei einer allgemeinen Stipendiensuche überhaupt nicht finden würde.

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Quellen und weiterführende Informationen

Stand der Recherche: Oktober 2026, alle Links abgerufen am 31.10.2026. Förderbeträge, Bewerbungsfristen und Teilnahmebedingungen können sich ändern. Verbindlich sind immer die aktuellen Ausschreibungen und die Entscheidung der jeweiligen Förderstelle.

Deutschland

Österreich

  • JKU Linz – Famulatur und KPJ im Ausland: jku.at

  • JKU Linz – Famulatur Humanmedizin (Anerkennung): jku.at

  • MedUni Innsbruck – Freemover-Förderung: i-med.ac.at

  • MedUni Graz – Internationale Studierendenmobilität: medunigraz.at

  • MedUni Wien – Selbstorganisierte Auslandsaufenthalte: meduniwien.ac.at

  • Studienbeihilfenbehörde – Studieren im Ausland: stipendium.at

  • OeAD – Stipendiendatenbank grants.at: grants.at

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