
Auslandspraktikum steuerlich absetzen: Steuertipps 2026
Auslandspraktikum steuerlich absetzen: Welche Kosten für Famulatur, PJ und Pflegepraktikum das Finanzamt anerkennt und welche Pauschalen 2026 wirklich gelten.

Nils-Andre Stritt
20. August 2026

Reisedurchfall ist eine Durchfallerkrankung, die du dir im Reiseland über verunreinigtes Essen oder Wasser einfängst – laut der deutschen S2k-Leitlinie „Gastrointestinale Infektionen" liegt sie bei mindestens drei ungeformten Stühlen pro Tag vor. In Hochrisikogebieten wie Südasien oder dem tropischen Afrika erkranken 15 bis 50 Prozent der Reisenden, und junge Erwachsene sind überdurchschnittlich oft betroffen. Die Kurzantwort für dein Praktikum: Essen und Wasser konsequent auswählen, eine orale Rehydratationslösung im Gepäck haben, Loperamid nur kurz und nie bei Fieber oder Blut im Stuhl nehmen – und Antibiotika nicht vorbeugend, sondern nur bei schwerem Verlauf. Damit verlierst du im Schnitt zwei Tage statt einer ganzen Woche auf Station.
Geschrieben von Nils André Stritt, Autor bei travel4med, der Medizin-, Pflege- und PA-Studierende auf Famulaturen, Pflegepraktika und PJ-Tertiale in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar vorbereitet.
Mehr als 100 Millionen Menschen reisen jedes Jahr aus Industrieländern in tropische und subtropische Regionen. Die S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS, AWMF-Registernummer 021-024) rechnet daraus rund 40 Millionen Erkrankungen pro Jahr hoch. In Hochrisikogebieten wie dem tropischen Afrika oder Südasien sind 15 bis 50 Prozent der Reisenden betroffen; in Regionen wie Mittelamerika, China oder der Karibik liegt die Inzidenz bei 8 bis 15 Prozent.
Für dich als Studentin oder Student ist ein Satz aus der Leitlinie besonders relevant: Jugendliche und junge Erwachsene haben eine überdurchschnittlich hohe Inzidenz. Die Autoren erklären das damit, dass Jüngere häufiger riskante Lebensmittel probieren – und dass Vielreisende mit den lokalen Keimen schon Kontakt hatten und deshalb milder erkranken.
| Region | Erkrankungsrisiko laut S2k-Leitlinie | travel4med-Standort |
|---|---|---|
| Tropisches Afrika | 15–50 % | Sansibar (Tansania) |
| Südasien | 15–50 % | Sri Lanka, Nepal |
| Mittelamerika, China, Karibik | 8–15 % | – |
| Südostasien | in der Leitlinie nicht separat beziffert | Bali (Indonesien) |
Der typische Verlauf ist harmloser, als der Name vermuten lässt: Reisedurchfall tritt meist in der ersten Reisewoche auf, ist mild bis moderat und hört nach drei bis fünf Tagen von allein auf. Trotzdem muss etwa ein Viertel der Betroffenen die eigenen Pläne umstellen – im Praktikum heißt das: Dienste tauschen, Fehltage sammeln, Anschlussreisen absagen. Schwere Verläufe mit blutigem Durchfall und Fieber bleiben die Ausnahme.

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Bakterien, Viren und – bei langem Verlauf – Parasiten. Das Erregerspektrum unterscheidet sich deutlich von dem, was du aus deutschen Kliniken kennst: Neben Campylobacter, Noroviren und Salmonellen spielen im Ausland vor allem enterotoxinbildende E. coli (ETEC), andere pathogene E.-coli-Stämme und Shigellen eine Rolle. Die Leitlinie zitiert dazu eine Studie mit 410 Stuhlproben, die direkt im Reiseland genommen wurden – mit Nepal als größter Einzelgruppe.
| Erreger | Nepal (n=165) | Thailand (n=16) | Peru (n=171) | Gesamt (n=410) |
|---|---|---|---|---|
| Noroviren | 32 % | 44 % | 16 % | 24 % |
| ETEC | 21 % | 6 % | 9 % | 16 % |
| Campylobacter | 18 % | 31 % | 9 % | 14 % |
| EAEC | 11 % | 6 % | 3 % | 7 % |
| Shigellen | 10 % | 0 % | 9 % | 10 % |
| Kein Erreger nachweisbar | 30 % | 6 % | 54 % | 41 % |
Zwei Dinge liest man aus diesen Zahlen heraus. Erstens: In fast einem Drittel der Fälle findet man gar keinen Erreger – „unklar" ist also normal und kein Grund für Panik. Zweitens: Weil so viele verschiedene Keime dahinterstecken, gibt es keine Impfung gegen Reisedurchfall, und laut Leitlinie ist auch keine in Kürze zu erwarten. Was du dir dagegen tatsächlich wegimpfen lassen kannst, steht im Ratgeber zu den Impfungen für Famulatur und PJ im Ausland.
Wichtig ist die Zeitachse: Hält der Durchfall länger als zwei bis vier Wochen an, sollen Protozoen wie Lamblien (Giardia) oder Entamoeba histolytica abgeklärt werden. Je länger es dauert, desto wahrscheinlicher wird eine parasitäre Ursache – auch noch Wochen nach der Rückkehr nach Deutschland.
Die Leitlinie nennt die Nahrungsmittelhygiene als Maßnahme mit höchster Priorität, weil der Übertragungsweg über kontaminierte Nahrung und Flüssigkeiten läuft. Konkret heißt das für deinen Praktikumsalltag:

Was ausdrücklich nicht empfohlen wird: eine antimikrobielle Chemoprophylaxe. Die Leitlinie formuliert das als starke Empfehlung mit starkem Konsens – Antibiotika „auf Vorrat" täglich einzunehmen, soll generell nicht erfolgen. Gründe sind Nebenwirkungen, Resistenzen, fehlende Wirkung gegen Viren und Parasiten sowie die trügerische Sicherheit, die dann bei der Hygiene nachlässt. Chinolone sind für diesen Zweck seit 2019 ohnehin nicht mehr zugelassen. Auch für Probiotika zur Vorbeugung kann die Leitlinie keine Empfehlung geben. Was stattdessen in dein Gepäck gehört, findest du in der Reiseapotheke für Famulatur und PJ und in der Packliste fürs Auslandspraktikum.
Erst trinken, dann alles andere. Die orale Rehydratation ist laut Leitlinie die Primärtherapie und der intravenösen Gabe überlegen, solange du selbst trinken kannst. Gehe in dieser Reihenfolge vor:
Wenn du keine Fertigmischung hast: Die „neue WHO-Trinklösung" von 2002 ist niedrigosmolar und hat laut Leitlinie diese Zusammensetzung.
| Bestandteil | Menge pro Liter |
|---|---|
| Glucose | 75 mmol/L |
| Natrium | 75 mEq/L |
| Kalium | 20 mEq/L |
| Chlorid | 65 mEq/L |
| Citrat | 10 mmol/L |
| Gesamtosmolarität | 245 mOsm/L |
Für Tannin, Kaolin, Pektin und medizinische Kohle gibt es laut Leitlinie keine Evidenz – die kannst du im Regal stehen lassen. Bismutsubsalicylat, das in US-Ratgebern häufig auftaucht, ist in Deutschland nicht zugelassen.
Sobald eines dieser Zeichen dazukommt, gehört der Fall in ärztliche Hände – auch wenn du selbst gerade in einer Klinik arbeitest: fieberhafter oder blutiger Durchfall, anhaltendes Erbrechen, zu geringe Trinkmenge, reduzierter Allgemeinzustand mit Exsikkose, niedrigem Blutdruck oder Kollapsneigung, oder eine Vorerkrankung wie eine Immunsuppression. Komplizierte Verläufe können über Flüssigkeits- und Elektrolytverluste bis zum Nierenversagen führen; außerdem kann die Aufnahme anderer Medikamente gestört sein – relevant etwa bei der Malariaprophylaxe oder der Pille.
Zwei Zahlen zum Einordnen: Schwere dysenterische Verläufe mit blutigem Durchfall betreffen unter 10 Prozent der Fälle (in Lateinamerika und Afrika 1 bis 3 Prozent, in Indien bis 9 Prozent). Und bei 5 bis 10 Prozent der Betroffenen entwickelt sich ein postinfektiöses Reizdarmsyndrom – Beschwerden, die also noch eine Weile nach der Rückkehr bleiben können.
Kläre vor dem Abflug, wie deine Versicherung eine ambulante Behandlung vor Ort abwickelt und ob sie Stuhldiagnostik übernimmt. Der Ratgeber zur Versicherung für Famulatur und PJ im Ausland geht die Policen im Detail durch.
Du planst gerade dein Praktikum? In der kostenlosen Beratung von travel4med gehen wir mit dir Standort, Zeitfenster und die medizinische Vorbereitung durch – von der Reiseapotheke bis zur Frage, welche Klinik zu deinem Fachgebiet passt.

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Im Praktikum bist du nicht nur Patient, sondern arbeitest selbst am Bett. Deshalb gilt: Bei akutem infektiösem Durchfall bleibst du von der Station weg und sprichst mit deiner Betreuungsperson, statt „durchzuziehen". Das ist keine Schwäche, sondern Infektionsschutz – in Kliniken mit knapper Ausstattung erst recht. Sag früh Bescheid, damit Dienste getauscht werden können, und dokumentiere Fehltage, weil Famulatur, Pflegepraktikum und PJ-Tertial jeweils eigene Anwesenheitsregeln haben.
Praktisch heißt das für die drei Praktikumsformen: In einer vierwöchigen Famulatur im Ausland kosten zwei Krankheitstage rund 7 Prozent deiner Zeit; im Pflegepraktikum mit 30 Kalendertagen pro Abschnitt zählt jeder Tag für den Nachweis; im PJ im Ausland mit rund 16 Wochen hast du mehr Puffer, aber auch strengere Fehltageregeln. Wer nach Pokhara geht, findet die Rahmenbedingungen im Beitrag zu Famulatur und Pflegepraktikum in Nepal. Und wenn du beim Arbeiten mit Körperflüssigkeiten unsicher bist, hilft der Guide zur Nadelstichverletzung im Auslandspraktikum weiter.
Ein letzter Tipp aus der Erfahrung vieler Praktikantinnen und Praktikanten: Reisedurchfall trifft die meisten in der ersten Woche – also genau dann, wenn du dich einarbeitest und niemanden kennst. Plane deshalb die ersten Tage bewusst ruhig, trink viel, und halte die Rehydratationsbeutel im Zimmer statt in der Klinik.
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