ELEFAND: Krisenvorsorgeliste für dein Auslandspraktikum
ELEFAND ist die elektronische Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts – und die schnellste Sicherheitsmaßnahme, die du vor einer Famulatur, einem PJ-Tertial oder einem Pflegepraktikum im Ausland treffen kannst. Die Registrierung dauert etwa zehn Minuten, kostet nichts und sorgt dafür, dass die zuständige deutsche Botschaft im Krisenfall überhaupt weiß, dass du im Land bist und wie sie dich erreicht. Für deutsche Staatsangehörige gibt es im Ausland keine Meldepflicht. Wer nicht in ELEFAND steht, taucht in keiner Liste auf.
Key Takeaways
ELEFAND steht für „Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland" und ist die kostenlose Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts – für Urlaub genauso wie für ein mehrmonatiges Praktikum.
Trag dich vor dem Abflug ein, nicht erst im Ernstfall. Das Auswärtige Amt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Internetverbindung in Krisengebieten oft überlastet oder beschädigt ist.
Im Krisenfall verschickt das Krisenreaktionszentrum sogenannte Landsleutebriefe per E-Mail und SMS – nur an die Kontaktdaten, die in ELEFAND hinterlegt sind.
Am 17.08.2026 führte das Auswärtige Amt 45 Länder mit Reise- oder Teilreisewarnung – Sri Lanka, Nepal, Indonesien und Tansania standen an diesem Tag nicht darauf.
Eine Reisewarnung ist kein Formfehler, sondern ein Planungsrisiko: Sie kann Stipendien, Versicherungsschutz und die Anerkennung deines Tertials kippen.
Geschrieben von Nils André Stritt, Redakteur bei travel4med, der Medizin- und Pflegestudierende bei der organisatorischen Vorbereitung von Auslandspraktika begleitet.
Was ist ELEFAND – und warum ist es für dein Auslandspraktikum wichtig?
ELEFAND ist die onlinebasierte Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts, in die sich alle deutschen Staatsangehörigen eintragen können, die sich im Ausland aufhalten. Der Name steht für „Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland". Die Liste ist die Grundlage dafür, dass dich die zuständige Auslandsvertretung in Krisen- und Katastrophenfällen kontaktieren und konsularisch unterstützen kann.
Der Hintergrund ist simpel: Für Deutsche besteht im Ausland keine Meldepflicht. Wenn in deinem Praktikumsland ein Erdbeben, ein Zyklon, ein politischer Umsturz oder ein größerer Ausbruch passiert, hat die Botschaft keine automatische Übersicht darüber, wer gerade im Land ist. Sie kennt nur die Menschen, die sich selbst gemeldet haben.
Für dich als Studierende oder Studierender ist das besonders relevant, weil du länger bleibst als eine Pauschalurlauberin. Eine Famulatur – der vier Wochen dauernde ärztliche Pflichtpraktikumsabschnitt im Medizinstudium – bindet dich mindestens 30 Kalendertage an einen Ort. Ein PJ-Tertial, also einer der drei Abschnitte des Praktischen Jahrs im letzten Studienjahr, dauert rund 16 Wochen. Und das Pflegepraktikum umfasst insgesamt 90 Tage. In diesen Zeiträumen ändert sich eine Sicherheitslage schneller, als du deinen Rückflug umbuchen kannst.
Dazu kommt: Du wohnst meist nicht in einem Hotel mit Reiseleitung, sondern in einer Unterkunft in Kliniknähe. Es gibt keinen Veranstalter, der im Notfall eine Teilnehmerliste an die Botschaft schickt. ELEFAND übernimmt genau diese Rolle – nur eben in Eigenregie.
Datenquelle: Auswärtiges Amt, „Aktuelle Reisewarnungen", abgerufen am 17.08.2026; Auszählung der dort gelisteten Länder durch die travel4med-Redaktion.
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Wie trägst du dich in ELEFAND ein?
Die Registrierung läuft komplett online über krisenvorsorgeliste.diplo.de oder über die kostenlose App für Android und iOS. Du legst einmalig ein passwortgeschütztes Konto an, bekommst per Mail einen individuellen Zugangscode und trägst danach die Daten deines Aufenthalts ein. Für jede weitere Reise ergänzt du nur noch die neuen Reisedaten.
So gehst du vor:
Öffne krisenvorsorgeliste.diplo.de oder installiere die ELEFAND-App aus dem Play Store beziehungsweise dem App Store. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass mindestens App-Version 1.3.3 installiert sein sollte, weil ältere Android-Versionen nur eingeschränkt funktionieren.
Lege dein Konto an: persönliche Daten eingeben, Bestätigungsmail abwarten, individuellen Zugangscode sichern. Speichere den Code an einem Ort, an den du auch ohne Handy kommst.
Trag deinen Auslandsaufenthalt ein – Zielland, Aufenthaltsorte und geplante Reisedauer. Mehrere Etappen sind möglich, falls du zum Beispiel vier Wochen Famulatur in Colombo und danach zwei Wochen Reise anhängst.
Schalte die Kontaktaufnahme per E-Mail und SMS frei. Nur dann erreichen dich die Landsleutebriefe des Krisenreaktionszentrums auch, wenn das mobile Internet ausfällt.
Hinterlege mindestens einen Notfallkontakt in Deutschland. Diese Person informiert das Auswärtige Amt in einer Notsituation.
Prüfe über den in ELEFAND eingebundenen Konsulatfinder, welche deutsche Auslandsvertretung für deinen Praktikumsort zuständig ist, und speichere deren Adresse offline auf dem Handy.
Wichtig ist der Zeitpunkt. Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich, sich schon vor dem Auslandsaufenthalt einzutragen: In Krisengebieten ist die Internetverfügbarkeit durch Überlastung oder beschädigte Infrastruktur oft stark eingeschränkt, sodass eine Registrierung mitten in der Krise gar nicht oder nur mit großer Verzögerung klappt. Setz dir die Eintragung also am besten auf dieselbe To-do-Liste wie deine Reiseapotheke und deine eSIM.
Ein Detail, das viele übersehen: Reist eine Partnerin oder ein Partner ohne deutsche Staatsangehörigkeit mit und wohnt mit dir im selben Haushalt, solltet ihr diese Person als Begleitperson mit eintragen. Sonst taucht sie im Krisenfall nirgends auf.
Deine ELEFAND-Daten verschwinden übrigens von selbst wieder: Die Angaben zu deinem Aufenthalt werden entsprechend der angegebenen Reisedauer automatisch gelöscht. Dein Konto bleibt bestehen, damit du es bei der nächsten Famulatur wiederverwenden kannst.
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Was bedeuten Reisehinweis, Sicherheitshinweis und Reisewarnung?
Das Auswärtige Amt arbeitet mit drei Stufen, und die Unterschiede sind größer, als der ähnliche Wortlaut vermuten lässt. Reisehinweise sind Sachinformationen zur Vorbereitung. Sicherheitshinweise machen auf besondere Risiken aufmerksam und können ein Abraten enthalten. Eine Reisewarnung ist die schärfste Stufe: ein dringender Appell, Reisen zu unterlassen.
Stufe
Was das Auswärtige Amt damit sagt
Was das für dein Praktikum heißt
Reisehinweise
Informationen zu Einreisebestimmungen, Medizin, Zoll und Strafrecht; werden regelmäßig aktualisiert
Pflichtlektüre bei der Planung – hier stehen Visum, Impfvorgaben und Zollfragen
Sicherheitshinweise
Weisen auf besondere Risiken hin; können beinhalten, dass von Reisen in ein Land abgeraten wird
Genauer hinsehen: Regionen meiden, Route anpassen, mit der Klinik Rücksprache halten
Teilreisewarnung
Reisewarnung nur für bestimmte Regionen oder Provinzen eines Landes
Praktikum kann möglich sein – aber nur außerhalb der gewarnten Region, und schriftlich mit Uni und Versicherung klären
Reisewarnung
Dringender Appell, Reisen zu unterlassen; wird in der Regel ausgesprochen, wenn allen Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht
Praktikum absagen oder verlegen. Deutsche im Land werden gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert
Zwei Sätze aus den amtlichen Hinweisen solltest du dir merken. Erstens: In Ländern oder Regionen, für die eine Reisewarnung besteht, kann das Auswärtige Amt in der Regel keine direkte konsularische Hilfe für deutsche Staatsangehörige leisten. Zweitens: Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen durch die Auslandsvertretungen werden dir nach den Vorschriften des Konsulargesetzes in Rechnung gestellt. Eine Evakuierung ist also keine kostenlose Serviceleistung.
Eine Reisewarnung hat außerdem Folgen weit vor dem Ernstfall. Stipendienprogramme wie PROMOS setzen üblicherweise voraus, dass für dein Zielland keine Reisewarnung vorliegt – mehr dazu in unserem PROMOS-Guide. Auch viele Auslandskrankenversicherungen und Rückholpolicen schränken ihre Leistung ein, wenn du trotz Warnung einreist; wie du den Schutz richtig aufsetzt, steht im Versicherungs-Ratgeber. Und Universitäten genehmigen Auslandstertiale in Regionen mit Reisewarnung im Regelfall nicht.
Wie ist die Lage an den vier travel4med-Standorten?
Am 17.08.2026 stand keiner der vier travel4med-Standorte auf der Liste der Reise- und Teilreisewarnungen des Auswärtigen Amts. Sri Lanka, Nepal, Indonesien (und damit Bali) sowie Tansania (und damit Sansibar) waren an diesem Tag nicht gewarnt. Das ist eine Momentaufnahme, keine Garantie – prüf die Seite vor jeder Buchung erneut.
Zum Einordnen hilft der Blick auf die Verteilung: Von den 45 gewarnten Einträgen entfielen am 17.08.2026 die meisten auf Afrika, gefolgt von Asien. In Europa und Amerika waren es je drei. Zwei asiatische Länder mit Teilreisewarnung – Indien und Thailand – zeigen, dass eine Teilreisewarnung nicht automatisch das ganze Land betrifft.
Datenquelle: Auswärtiges Amt, „Aktuelle Reisewarnungen", abgerufen am 17.08.2026; Zuordnung der gelisteten Länder zu Weltregionen durch die travel4med-Redaktion.
Was ELEFAND nicht für dich erledigt
Die Registrierung ist ein Baustein, keine Rundumversicherung. Die Krisenvorsorgeliste sorgt dafür, dass man dich findet und informiert. Sie ersetzt weder eine Police noch eine gute Vorbereitung.
Konkret bleibt in deiner Verantwortung: Das Auswärtige Amt empfiehlt für Auslandsreisen ausdrücklich einen Auslandskrankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung. Als Praktikantin oder Praktikant in einer Klinik brauchst du zusätzlich eine Berufshaftpflicht, die deine Tätigkeit im Ausland abdeckt. Beides klärst du vorher, nicht am Gate.
Ebenfalls nicht Teil von ELEFAND: die laufende Beobachtung der Lage. Dafür gibt es die App „Sicher Reisen" des Auswärtigen Amts, die dir die Reise- und Sicherheitshinweise deines Ziellandes aufs Handy bringt. Wenn du beides parallel nutzt – ELEFAND für die Erreichbarkeit, „Sicher Reisen" für die Information – bist du realistisch gut aufgestellt.
Und schließlich: Die Entscheidung über die Reise liegt allein bei dir. Das schreibt das Auswärtige Amt in jedem Sicherheitshinweis wörtlich hin. Es kann dir diese Entscheidung nicht abnehmen, und es haftet auch nicht für Schäden, wenn sich eine Lage schneller ändert als die Einschätzung.
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Deine Sicherheits-Checkliste für die letzten vier Wochen vor dem Abflug
Vier Wochen vor Abreise ist der richtige Moment, um die Sicherheitsfragen an einem Nachmittag abzuräumen. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt und passt zu jedem der drei Praktikumsformate – Famulatur, Pflegepraktikum und PJ.
ELEFAND-Konto anlegen und Reisedaten eintragen, inklusive Notfallkontakt und SMS-Freischaltung.
Reise- und Sicherheitshinweise des Ziellandes lesen und als PDF oder Screenshot offline speichern.
Zuständige deutsche Auslandsvertretung über den Konsulatfinder heraussuchen, Adresse und Telefonnummer offline notieren.
Auslandskrankenversicherung mit Rückholung sowie Berufshaftpflicht prüfen und die Policennummern ins Handy und auf einen Zettel im Koffer schreiben.
Kopien von Reisepass, Visum und Impfausweis anlegen – einmal digital, einmal auf Papier, getrennt vom Original aufbewahren.
Notfallplan mit einer Person in Deutschland absprechen: Wer wird wann informiert, welche Nummern gelten, wo liegen die Kopien?
Ankunft in der Unterkunft und erste Kontaktdaten der Klinik direkt nach dem Landen an diese Person schicken.
Ein zusätzlicher Tipp aus der Praxis: Notiere die Notrufnummern deines Gastlandes und speichere sie unter einem Namen, den du auch im Stress findest. In vielen Ländern gilt weder die 112 noch die 110. Wer sich intensiver mit Notfällen im Klinikalltag beschäftigen will, findet in unserem Beitrag zur Nadelstichverletzung im Auslandspraktikum die medizinische Seite dazu.
Wenn du deine Reisedaten einträgst, denk daran, sie zu aktualisieren, sobald sich etwas verschiebt. Ein verlängertes Tertial, ein Ortswechsel innerhalb des Landes oder eine angehängte Reise gehören ins Profil. Eine Krisenvorsorgeliste ist nur so gut wie die Daten darin – und ein ELEFAND-Eintrag mit falschem Rückreisedatum hilft im Ernstfall niemandem.
Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, Arzt und medizinischer Redakteur bei travel4med, der Medizinstudierende bei der Vorbereitung von Famulaturen, Pflegepraktika und PJ-Tertialen im Ausland begleitet.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
Auswärtiges Amt: Krisenvorsorgeliste (ELEFAND): Wichtig für alle Auslandsaufenthalte, Artikelstand 23.12.2025, abgerufen am 17.08.2026. auswaertiges-amt.de
Auswärtiges Amt: Krisenvorsorgeliste ELEFAND – Registrierung und Login, abgerufen am 17.08.2026. krisenvorsorgeliste.diplo.de
Auswärtiges Amt: Aktuelle Reisewarnungen (Definitionen von Reisehinweisen, Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen; Länderliste mit 18 Reisewarnungen und 27 Teilreisewarnungen), abgerufen am 17.08.2026. auswaertiges-amt.de
Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseland, abgerufen am 17.08.2026. auswaertiges-amt.de
Auswärtiges Amt: Sicher Reisen – Ihre Reise-App, abgerufen am 17.08.2026. auswaertiges-amt.de