
Stipendien für Famulatur, Pflegepraktikum und PJ im Ausland
Stipendien für Famulatur, Pflegepraktikum und PJ im Ausland: PROMOS, Begabtenförderung, Uni-Förderung in DE und AT, Erasmus+ und Auslands-BAföG im Überblick.

Samet Ata
4. November 2026

Das PROMOS-Stipendium ist ein vom DAAD finanziertes Mobilitätsstipendium, das deine eigene Hochschule vergibt: Für eine Famulatur, ein Pflegepraktikum oder ein PJ-Tertial außerhalb Europas zahlt es je nach Zielland 350, 450 oder 550 Euro pro Monat, dazu kann eine einmalige Mobilitätspauschale kommen. Gefördert werden Praktika von einem Monat bis zu sechs Monaten. Für unsere Standorte heißt das nach den DAAD-Fördersätzen 2027: Sri Lanka 550 Euro pro Monat, Nepal, Bali und Sansibar je 450 Euro. Sri Lanka, Nepal und Sansibar kommen für alle Praktikumsarten in Frage, Bali für Famulatur, Pflegepraktikum und PA-Praxisphase.
Recherchiert und redaktionell geprüft von Celina Köhsl, Medizinstudentin und Teammitglied von travel4med · Stand der Angaben: 18.08.2026
Wir von travel4med organisieren Klinikpraktika an vier außereuropäischen Standorten – und die Frage „Wie finanziere ich das?" ist eine der häufigsten in unserer kostenlosen Beratung. Das PROMOS-Stipendium ist dabei fast immer Thema. Dieser Guide erklärt dir, wie das Programm funktioniert, wie hoch die Förderung für Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar konkret ausfällt und worauf du bei der Bewerbung achten musst. Er ersetzt aber nicht die Auskunft deiner Hochschule: Die konkreten Raten, Fristen und Auswahlkriterien legt jede Uni selbst fest.
PROMOS ist das „Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden deutscher Hochschulen". Der DAAD finanziert es aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und stellt jeder teilnehmenden Hochschule ein Budget zur Verfügung. Die Auswahl der Geförderten und die Höhe der einzelnen Stipendien entscheidet dann die Hochschule selbst.
Deine Ansprechstelle für das PROMOS-Stipendium ist deshalb nicht der DAAD, sondern das International Office, der Career Service oder das Akademische Auslandsamt deiner Heimathochschule. Gefördert werden unter anderem Studienaufenthalte, Sprach- und Fachkurse, Studienreisen – und Praktika. Eine Famulatur, ein Pflegepraktikum oder ein PJ-Tertial im Ausland zählt förderrechtlich als Praktikum, weil der Bezug zum Studienfach klar darstellbar ist.
Die Förderung aus dem PROMOS-Stipendium besteht aus zwei Bausteinen: einer monatlichen Stipendienrate für den Aufenthalt und einer möglichen einmaligen Mobilitätspauschale. Beide Beträge legt der DAAD pro Zielland in der Anlage 2 zum Förderrahmen fest, und zwar für jedes Förderjahr neu. Die Monatsrate kennt genau drei Stufen: 350, 450 oder 550 Euro.
Für die vier travel4med-Standorte sehen die beiden aktuell relevanten Förderjahre so aus:
| Zielland (Standort) | Rate 2026 | Mobilitätspauschale 2026 | Rate 2027 | Mobilitätspauschale 2027 |
|---|---|---|---|---|
| Sri Lanka | 450 €/Monat | 2.075 € | 550 €/Monat | 1.188 € |
| Nepal | 450 €/Monat | 2.325 € | 450 €/Monat | 1.188 € |
| Indonesien (Bali) | 450 €/Monat | 1.750 € | 450 €/Monat | 1.735 € |
| Tansania (Sansibar) | 450 €/Monat | 1.925 € | 450 €/Monat | 1.188 € |
Quelle: DAAD, Anlage 2 „PROMOS-Fördersätze" 2026 und 2027. Welches Förderjahr für dich gilt, hängt am Zeitraum deines Aufenthalts – frag das im International Office ab, bevor du rechnest. Der Sprung bei Sri Lanka nach oben und bei der Mobilitätspauschale nach unten zeigt, warum eine Jahreszahl ohne Kontext hier wertlos ist.
Die Anlage 2 regelt auch angebrochene Monate: „Von Tag 1 – 14 kann eine halbe Stipendienrate für den Aufenthalt gezahlt werden, von Tag 15 bis 30 eine ganze." Für dich heißt das ganz konkret: Eine 30-tägige Famulatur auf Sri Lanka ergibt 2027 eine volle Monatsrate, also 550 Euro. Eine sechswöchige Famulatur (42 Tage) ergibt eineinhalb Raten, also 825 Euro. Dazu passt die Praxis der Universität Münster, die ihre Praktikumsstipendien in „einer, eineinhalb, zwei (oder in wenigen Fällen drei) monatlichen Teilstipendienraten" auszahlt.
Drei Dinge musst du beim Geld realistisch einordnen. Erstens ist die Mobilitätspauschale optional: Ob deine Hochschule sie überhaupt auszahlt, entscheidet sie selbst – die Universität Münster schreibt, das geschehe „in sehr wenigen Fällen". Suche im Antragsformular übrigens nach „Mobilitätspauschale" oder „Mobilitätsrate"; „Reisekostenzuschuss" ist die umgangssprachliche Bezeichnung, nicht die des DAAD. Zweitens sind Studiengebühren nicht förderfähig, wenn du ein Praktikum machst: Der Förderrahmen erlaubt sie ausdrücklich nur „im Rahmen von Studienaufenthalten". Gebührenpositionen im vier- bis fünfstelligen Bereich, wie sie in der DAAD-Tabelle für einzelne Länder stehen, kommen für eine Famulatur also gar nicht in Frage. Drittens ist PROMOS in der Praxis eine Teilfinanzierung: Die Universität Münster weist ausdrücklich darauf hin, dass die bewilligten Summen „in der Regel deutlich unter den maximal möglichen Fördersummen" liegen. Weitere Bausteine findest du in unserem Überblick zur Finanzierung des Auslandspraktikums.

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Die Grundvoraussetzungen für ein PROMOS-Stipendium stehen im DAAD-Förderrahmen und gelten bundesweit; die Feinheiten legt deine Hochschule fest. Bewerben können sich regulär eingeschriebene Studierende deutscher Hochschulen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder Deutschen gemäß § 8 Absatz 1 Ziffer 2 ff., Absatz 2, 2a und 3 BAföG gleichgestellt sind. Zusätzlich bewerbungsberechtigt sind Studierende ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die an einer deutschen Hochschule mit dem Ziel eingeschrieben sind, dort ihren Abschluss zu machen.
Darüber hinaus gilt:
Ein Punkt, der Medizinstudierende oft überrascht: PROMOS ist ein Leistungsstipendium. Der DAAD schreibt drei obligatorische Auswahlkriterien vor – erbrachte Studienleistungen, Sinn und Zweck des Aufenthalts für den weiteren Studienverlauf sowie einschlägige Sprachkenntnisse. Die Universität Münster empfiehlt eine Bewerbung deshalb ausdrücklich „nur bei einer sehr guten oder guten Durchschnittsnote" und verlangt von Medizinstudierenden Kopien aller ärztlichen Prüfungen und Leistungsübersichten. Einen Rechtsanspruch auf ein PROMOS-Stipendium gibt es nicht.
Für das PROMOS-Stipendium gibt es keinen bundesweiten Stichtag. Der DAAD gibt den Hochschulen ausdrücklich frei, „Anzahl und Zyklus der Bewerbungs- und Auswahlrunden selbst" festzulegen – verlangt nur, dass es pro Ausschreibungszyklus eine Antragsfrist gibt. Viele Hochschulen arbeiten deshalb mit mehreren Runden pro Jahr, die sich nach dem Startdatum deines Praktikums richten.
Als Orientierung das Modell der Universität Münster mit vier Fristen:
| Praktikumsbeginn | Bewerbungsfrist |
|---|---|
| Januar–März | 30.11. des Vorjahres |
| April–Juni | 28.02. des Praktikumsjahres |
| Juli–September | 30.05. des Praktikumsjahres |
| Oktober–Dezember | 30.08. des Praktikumsjahres |
Konkret heißt das an einer Uni mit diesem Modell: Startest du deine Famulatur oder dein PJ-Tertial im Wintersemester 2026/27, etwa im Oktober oder November 2026, ist der 30.08.2026 die relevante Frist. Für einen Start im ersten Quartal 2027 wäre es der 30.11.2026. Münster öffnet das Bewerbungsportal jeweils einen Monat vor Fristende und weist darauf hin, dass eine frühere Einreichung für ein späteres Quartal nicht berücksichtigt werden kann – zu früh ist dort also genauso falsch wie zu spät.
Und wenn du die Frist verpasst? Der DAAD selbst ist großzügiger, als viele denken: Ein Vorhaben kann für den gesamten Zeitraum gefördert werden, „sofern die Bewerbung des späteren PROMOS-Stipendiaten der Hochschule vor Beendigung des Vorhabens vorliegt". Der Engpass ist also nicht der DAAD, sondern der Bewerbungszyklus deiner Uni: Wer die zum Praktikumsbeginn passende Runde verpasst, bekommt an vielen Hochschulen für genau diesen Aufenthalt nichts mehr. Frag im International Office nach, ob eine Nachbewilligung oder ein Nachrückverfahren möglich ist – Reservelisten sieht der DAAD ausdrücklich vor.
Wichtig: Diese Fristen sind ein Beispiel. Deine eigene Hochschule kann andere Stichtage, andere Förderquoten und eigene Formulare haben. Frag früh beim International Office nach – am besten, sobald dein Praktikumszeitraum grob feststeht.
So gehst du bei der Bewerbung um ein PROMOS-Stipendium typischerweise vor:
Für das Motivationsschreiben und die Bewerbungsunterlagen findest du in unseren Bewerbungs-Mustern und im Ratgeber zum Motivationsschreiben fürs Auslandspraktikum konkrete Vorlagen.
Teilweise ja – und die Regeln rund um das PROMOS-Stipendium sind klarer, als der Ruf des Themas vermuten lässt. Der DAAD schreibt vor, dass du ein PROMOS-Stipendium bei der zuständigen Stelle für Auslands-BAföG anzeigen musst. Eine Anrechnung ordnet er nicht an; wie viel angerechnet wird, entscheidet dein BAföG-Amt.
Wie es entscheidet, hängt daran, wie es das Stipendium einordnet. Begabungs- und leistungsabhängige Stipendien, die nach allgemeingültigen Richtlinien ohne Konkretisierung des Verwendungszwecks vergeben werden, bleiben bis zu einem Monatsdurchschnitt von 300 Euro anrechnungsfrei (§ 21 Absatz 3 Nummer 2 BAföG). Einnahmen, deren Zweckbestimmung einer Anrechnung entgegensteht, bleiben nach § 21 Absatz 4 Nummer 4 BAföG ganz außer Betracht. Manche Hochschulen gehen dagegen von einer vollen Verrechnung aus – die Universität Münster schreibt, die PROMOS-Förderung werde „mit dem Auslands-BAföG verrechnet, dies erfolgt durch die jeweiligen BAföG-Stellen". Kläre den konkreten Fall vor dem Antrag mit deinem Auslands-BAföG-Amt, statt dich auf eine Faustregel zu verlassen. Wie das Auslands-BAföG für Famulatur und PJ funktioniert und welche Zuschläge es gibt, liest du im Ratgeber zum Auslands-BAföG für Famulatur und PJ.
Für die übrigen Kombinationen ist die Lage eindeutig:
| Kombination | Zulässig? |
|---|---|
| PROMOS + Auslands-BAföG | Ja, aber anzeigepflichtig; Anrechnung entscheidet das BAföG-Amt |
| PROMOS + DAAD-Individualstipendium | Nein – dürfen nicht gleichzeitig bezogen werden |
| PROMOS + private Stipendien | Ja, laut DAAD uneingeschränkt |
| PROMOS + andere deutsche öffentliche Mittel | Nur bei unterschiedlichem Förderzweck; anzeigepflichtig |
| PROMOS + Deutschlandstipendium | Laut DAAD ja – vorab schriftlich bestätigen lassen |
Zum Deutschlandstipendium ein ehrlicher Hinweis: Der DAAD stellt in seinen Ergänzenden Hinweisen ausdrücklich klar, dass Deutschlandstipendium und PROMOS-Förderungen „uneingeschränkt gleichzeitig bezogen werden" können, und die Universität Münster bestätigt das für ihre Praxis. Auf der anderen Seite schließt § 4 Absatz 1 StipG ein Deutschlandstipendium aus, wenn parallel eine begabungs- und leistungsabhängige Förderung von mehr als 30 Euro im Monatsdurchschnitt fließt. Lass dir die Kombination deshalb von der Stelle, die dein Deutschlandstipendium verwaltet, kurz schriftlich bestätigen, bevor du beides annimmst. Und noch eine Kleinigkeit mit großer Wirkung: Vergütete Tätigkeiten während der Stipendienlaufzeit sind nur mit Zustimmung deiner Hochschule erlaubt.
Eine praktische Erinnerung zum Schluss: Das PROMOS-Stipendium kümmert sich um die Finanzierung, nicht um deinen Versicherungsschutz – Auslandskranken- und Berufshaftpflichtversicherung musst du zusätzlich regeln.
Kostenlose Beratung sichern. Du weißt nicht, welche Förderung für deinen Standort und Zeitraum realistisch ist und wie du Fristen und Nachweise unter einen Hut bekommst? In unserer kostenlosen Beratung planen wir gemeinsam deine Famulatur, dein Pflegepraktikum oder dein PJ im Ausland – inklusive Finanzierungsstrategie. Wie andere ihr Praktikum erlebt haben, liest du in den Erfahrungsberichten.

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Für ein außereuropäisches Klinikpraktikum ist das PROMOS-Stipendium meist der schnellste Weg zu einer Förderung. Der Aufwand für die Bewerbung ist überschaubar, die Entscheidung fällt in einem festen Zyklus, und im Vergleich zu den großen Begabtenförderungswerken ist das Verfahren schlank. Erasmus+ ist über die internationale Dimension zwar auch außerhalb Europas möglich, scheitert bei einer 30-tägigen Famulatur aber an der Zwei-Monats-Mindestdauer und hängt davon ab, ob deine Hochschule dafür Mittel eingeplant hat.
Dass sich der Antrag lohnt, zeigt ein Blick auf die Kostenseite: Beckschulte, Lederer und Storz haben für BMC Medical Education (2024) 438 Erfahrungsberichte zu Auslands-Electives ausgewertet. Am teuersten waren die USA mit einer medianen Gebühr von 1.875 Euro für ein vierwöchiges Elective im Zeitraum 2018 bis 2020, gefolgt von Südafrika (400 Euro) und Australien (378 Euro) – reine Klinikgebühren, ohne Flug und Unterkunft. Gegen solche Beträge sind 550 Euro Stipendienrate plus eine mögliche Mobilitätspauschale ein spürbarer Unterschied. Der wichtigste Rat bleibt: früh anfangen – Sprachnachweis, Praktikumsbestätigung und Fristen brauchen Vorlauf. Bei der gesamten Planung deines Auslandspraktikums, von der Standortwahl bis zur Finanzierung, unterstützen wir von travel4med dich gern.
Das PROMOS-Stipendium ist für ein Klinikpraktikum außerhalb Europas fast immer einen Antrag wert. Es finanziert Famulatur und Pflegepraktikum in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar sowie das PJ-Tertial in Sri Lanka, Nepal und Sansibar mit – 2027 mit 550 Euro pro Monat für Sri Lanka und 450 Euro für die übrigen drei Standorte, dazu einer möglichen Mobilitätspauschale. Rechne mit einer Teilfinanzierung, nicht mit Vollkostendeckung. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Frist deiner Hochschule, die Mindestdauer, die deine Uni verlangt, und ein starkes, konkretes Motivationsschreiben. Wer früh plant und PROMOS mit Auslands-BAföG oder Ersparnissen kombiniert, macht sein Auslandspraktikum finanziell deutlich leichter tragbar.
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