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PROMOS-Stipendium für Famulatur & PJ im Ausland 2026/27

MUDr. Amandeep Grewal
MUDr. Amandeep GrewalArzt, Co-Founder von travel4med
  • 10. August 2026
  • 19 Minuten
PROMOS-Stipendium für Famulatur & PJ im Ausland 2026/27

PROMOS-Stipendium für Famulatur und PJ im Ausland 2026/27

Das PROMOS-Stipendium ist ein vom DAAD finanziertes Mobilitätsstipendium, das deine eigene Hochschule vergibt: Für eine Famulatur, ein Pflegepraktikum oder ein PJ-Tertial außerhalb Europas zahlt es je nach Zielland 350, 450 oder 550 Euro pro Monat, dazu kann eine einmalige Mobilitätspauschale kommen. Gefördert werden Praktika von einem Monat bis zu sechs Monaten. Für unsere Standorte heißt das nach den DAAD-Fördersätzen 2027: Sri Lanka 550 Euro pro Monat, Nepal, Bali und Sansibar je 450 Euro. Sri Lanka, Nepal und Sansibar kommen für alle Praktikumsarten in Frage, Bali für Famulatur, Pflegepraktikum und PA-Praxisphase.

Recherchiert und redaktionell geprüft von Celina Köhsl, Medizinstudentin und Teammitglied von travel4med · Stand der Angaben: 18.08.2026

Key Takeaways

  • Das PROMOS-Stipendium wird vom DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanziert, aber dezentral von jeder Hochschule selbst vergeben – du bewirbst dich beim International Office bzw. Career Service deiner eigenen Uni, nicht beim DAAD.
  • Fördersätze 2027 für unsere Standorte: Sri Lanka 550 €/Monat, Nepal, Bali (Indonesien) und Sansibar (Tansania) je 450 €/Monat, dazu eine mögliche einmalige Mobilitätspauschale von 1.188 € (Sri Lanka, Nepal, Tansania) bzw. 1.735 € (Indonesien).
  • Gefördert werden Praktika von einem Monat (30 Tage) bis sechs Monaten. Insgesamt sind maximal sechs Monate pro Studienabschnitt möglich – laut DAAD endet ein Studienabschnitt mit dem Abschluss, für Humanmedizin also erst mit dem Staatsexamen. Famulatur, Pflegepraktikum und PJ-Tertial teilen sich dieses Kontingent.
  • Einzelne Hochschulen sind strenger als der DAAD: Die Universität Münster verlangt für ihre PROMOS-Praktikumsstipendien mindestens sechs Wochen und ein Vollzeitpraktikum. Kläre die Mindestdauer, bevor du eine 30-tägige Famulatur fest buchst.
  • Es gibt keinen bundesweiten Stichtag – die Hochschulen legen Anzahl und Zyklus der Bewerbungsrunden selbst fest, meist orientiert am Praktikumsbeginn.
  • PROMOS ist ein Leistungsstipendium ohne Rechtsanspruch und in der Praxis meist eine Teilfinanzierung, keine Vollkostendeckung.

Wir von travel4med organisieren Klinikpraktika an vier außereuropäischen Standorten – und die Frage „Wie finanziere ich das?" ist eine der häufigsten in unserer kostenlosen Beratung. Das PROMOS-Stipendium ist dabei fast immer Thema. Dieser Guide erklärt dir, wie das Programm funktioniert, wie hoch die Förderung für Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar konkret ausfällt und worauf du bei der Bewerbung achten musst. Er ersetzt aber nicht die Auskunft deiner Hochschule: Die konkreten Raten, Fristen und Auswahlkriterien legt jede Uni selbst fest.

Person hält einen Hundert-Dollar-Schein in der Hand
Das PROMOS-Stipendium deckt selten die kompletten Kosten, ist aber ein solider Finanzierungsbaustein für Praktika außerhalb Europas.

Was ist das PROMOS-Stipendium und wer vergibt es?

PROMOS ist das „Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden deutscher Hochschulen". Der DAAD finanziert es aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und stellt jeder teilnehmenden Hochschule ein Budget zur Verfügung. Die Auswahl der Geförderten und die Höhe der einzelnen Stipendien entscheidet dann die Hochschule selbst.

Deine Ansprechstelle für das PROMOS-Stipendium ist deshalb nicht der DAAD, sondern das International Office, der Career Service oder das Akademische Auslandsamt deiner Heimathochschule. Gefördert werden unter anderem Studienaufenthalte, Sprach- und Fachkurse, Studienreisen – und Praktika. Eine Famulatur, ein Pflegepraktikum oder ein PJ-Tertial im Ausland zählt förderrechtlich als Praktikum, weil der Bezug zum Studienfach klar darstellbar ist.

Wie viel zahlt das PROMOS-Stipendium für Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar?

Die Förderung aus dem PROMOS-Stipendium besteht aus zwei Bausteinen: einer monatlichen Stipendienrate für den Aufenthalt und einer möglichen einmaligen Mobilitätspauschale. Beide Beträge legt der DAAD pro Zielland in der Anlage 2 zum Förderrahmen fest, und zwar für jedes Förderjahr neu. Die Monatsrate kennt genau drei Stufen: 350, 450 oder 550 Euro.

Für die vier travel4med-Standorte sehen die beiden aktuell relevanten Förderjahre so aus:

Zielland (Standort)Rate 2026Mobilitätspauschale 2026Rate 2027Mobilitätspauschale 2027
Sri Lanka450 €/Monat2.075 €550 €/Monat1.188 €
Nepal450 €/Monat2.325 €450 €/Monat1.188 €
Indonesien (Bali)450 €/Monat1.750 €450 €/Monat1.735 €
Tansania (Sansibar)450 €/Monat1.925 €450 €/Monat1.188 €

Quelle: DAAD, Anlage 2 „PROMOS-Fördersätze" 2026 und 2027. Welches Förderjahr für dich gilt, hängt am Zeitraum deines Aufenthalts – frag das im International Office ab, bevor du rechnest. Der Sprung bei Sri Lanka nach oben und bei der Mobilitätspauschale nach unten zeigt, warum eine Jahreszahl ohne Kontext hier wertlos ist.

Monatliche PROMOS-Stipendienrate 2027 für Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar (Euro pro Monat) Nach den DAAD-Fördersätzen 2027 beträgt die monatliche Stipendienrate für Sri Lanka 550 Euro und für Nepal, Indonesien (Bali) und Tansania (Sansibar) jeweils 450 Euro. Die Skala kennt nur die Stufen 350, 450 und 550 Euro. Quelle: DAAD, Anlage 2 PROMOS-Fördersätze 2027. Stipendienrate für den Aufenthalt – DAAD-Fördersätze 2027 (€/Monat) Sri Lanka 550 € Nepal 450 € Bali (Indonesien) 450 € Sansibar (Tansania) 450 € Die DAAD-Skala kennt nur drei Stufen: 350, 450 und 550 € pro Monat.
Quelle: DAAD, Anlage 2 „PROMOS-Fördersätze 2027" (Stand 05/2026). Höchstsätze – über die tatsächlich bewilligte Summe entscheidet deine Hochschule.

So wird eine kurze Famulatur abgerechnet

Die Anlage 2 regelt auch angebrochene Monate: „Von Tag 1 – 14 kann eine halbe Stipendienrate für den Aufenthalt gezahlt werden, von Tag 15 bis 30 eine ganze." Für dich heißt das ganz konkret: Eine 30-tägige Famulatur auf Sri Lanka ergibt 2027 eine volle Monatsrate, also 550 Euro. Eine sechswöchige Famulatur (42 Tage) ergibt eineinhalb Raten, also 825 Euro. Dazu passt die Praxis der Universität Münster, die ihre Praktikumsstipendien in „einer, eineinhalb, zwei (oder in wenigen Fällen drei) monatlichen Teilstipendienraten" auszahlt.

Beispielrechnung PROMOS-Stipendium für eine 30-tägige Famulatur auf Sri Lanka 2027 (Euro) Eine 30-tägige Famulatur auf Sri Lanka ergibt 2027 eine volle Stipendienrate von 550 Euro. Zahlt die Hochschule zusätzlich die Mobilitätspauschale von 1.188 Euro, sind in Summe bis zu 1.738 Euro möglich. Die Mobilitätspauschale ist optional: Die Universität Münster zahlt sie nach eigener Angabe nur in sehr wenigen Fällen. Quelle: DAAD, Anlage 2 PROMOS-Fördersätze 2027. Beispiel: 30-Tage-Famulatur auf Sri Lanka, Fördersätze 2027 Stipendienrate (1 Monat) 550 € Mobilitätspauschale 1.188 € (optional) Maximal möglich 1.738 € Obergrenze. Bewilligt wird häufig weniger – PROMOS ist eine Teilfinanzierung.
Quelle: DAAD, Anlage 2 „PROMOS-Fördersätze 2027" und Universität Münster, Career Service. Illustrative Rechnung mit den Höchstsätzen – die tatsächliche Bewilligung liegt in der Regel darunter.

Drei Dinge musst du beim Geld realistisch einordnen. Erstens ist die Mobilitätspauschale optional: Ob deine Hochschule sie überhaupt auszahlt, entscheidet sie selbst – die Universität Münster schreibt, das geschehe „in sehr wenigen Fällen". Suche im Antragsformular übrigens nach „Mobilitätspauschale" oder „Mobilitätsrate"; „Reisekostenzuschuss" ist die umgangssprachliche Bezeichnung, nicht die des DAAD. Zweitens sind Studiengebühren nicht förderfähig, wenn du ein Praktikum machst: Der Förderrahmen erlaubt sie ausdrücklich nur „im Rahmen von Studienaufenthalten". Gebührenpositionen im vier- bis fünfstelligen Bereich, wie sie in der DAAD-Tabelle für einzelne Länder stehen, kommen für eine Famulatur also gar nicht in Frage. Drittens ist PROMOS in der Praxis eine Teilfinanzierung: Die Universität Münster weist ausdrücklich darauf hin, dass die bewilligten Summen „in der Regel deutlich unter den maximal möglichen Fördersummen" liegen. Weitere Bausteine findest du in unserem Überblick zur Finanzierung des Auslandspraktikums.

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Wer kann sich für das PROMOS-Stipendium bewerben?

Die Grundvoraussetzungen für ein PROMOS-Stipendium stehen im DAAD-Förderrahmen und gelten bundesweit; die Feinheiten legt deine Hochschule fest. Bewerben können sich regulär eingeschriebene Studierende deutscher Hochschulen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder Deutschen gemäß § 8 Absatz 1 Ziffer 2 ff., Absatz 2, 2a und 3 BAföG gleichgestellt sind. Zusätzlich bewerbungsberechtigt sind Studierende ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die an einer deutschen Hochschule mit dem Ziel eingeschrieben sind, dort ihren Abschluss zu machen.

Darüber hinaus gilt:

  • Aufenthalte im Heimatland sind für Studierende ohne deutsche Staatsangehörigkeit ausgeschlossen; als Heimatland gilt das Land, in dem der Lebensmittelpunkt seit mindestens fünf Jahren liegt.
  • Bei Studienaufenthalten und Praktika dürfen keine Promovierenden gefördert werden.
  • Dein Praktikum dauert einen bis sechs Monate und hat einen klaren Bezug zu deinem Studienfach – bei Famulatur, Pflegepraktikum und PJ ist das gegeben. Ein Vollzeit-Erfordernis regelt der Förderrahmen nicht, einzelne Hochschulen verlangen es trotzdem.
  • Deine Sprachkenntnisse genügen den Anforderungen des Praktikums. „Einschlägige Sprachkenntnisse" sind eines von drei obligatorischen Auswahlkriterien des DAAD. Details zu akzeptierten Nachweisen findest du im Ratgeber zum Sprachnachweis für Famulatur und PJ.
  • Reisewarnungen: Der DAAD empfiehlt bei einer (Teil-)Reisewarnung „dringend", dem Appell des Auswärtigen Amtes zu folgen, legt die Entscheidung über die Durchführung aber ausdrücklich in die Hand der Hochschule. Viele Hochschulen machen daraus eine harte Voraussetzung – die Universität Münster verlangt, dass keine (Teil-)Reisewarnung vorliegt, und behält sich eine Rückforderung vor, falls während des Aufenthalts eine ausgesprochen wird. Eine bundesweite Rückforderungsregel gibt es dagegen nicht. Kläre das für dein konkretes Zielland im International Office.

Ein Punkt, der Medizinstudierende oft überrascht: PROMOS ist ein Leistungsstipendium. Der DAAD schreibt drei obligatorische Auswahlkriterien vor – erbrachte Studienleistungen, Sinn und Zweck des Aufenthalts für den weiteren Studienverlauf sowie einschlägige Sprachkenntnisse. Die Universität Münster empfiehlt eine Bewerbung deshalb ausdrücklich „nur bei einer sehr guten oder guten Durchschnittsnote" und verlangt von Medizinstudierenden Kopien aller ärztlichen Prüfungen und Leistungsübersichten. Einen Rechtsanspruch auf ein PROMOS-Stipendium gibt es nicht.

Wann sind die PROMOS-Bewerbungsfristen 2026/27?

Für das PROMOS-Stipendium gibt es keinen bundesweiten Stichtag. Der DAAD gibt den Hochschulen ausdrücklich frei, „Anzahl und Zyklus der Bewerbungs- und Auswahlrunden selbst" festzulegen – verlangt nur, dass es pro Ausschreibungszyklus eine Antragsfrist gibt. Viele Hochschulen arbeiten deshalb mit mehreren Runden pro Jahr, die sich nach dem Startdatum deines Praktikums richten.

Als Orientierung das Modell der Universität Münster mit vier Fristen:

PraktikumsbeginnBewerbungsfrist
Januar–März30.11. des Vorjahres
April–Juni28.02. des Praktikumsjahres
Juli–September30.05. des Praktikumsjahres
Oktober–Dezember30.08. des Praktikumsjahres

Konkret heißt das an einer Uni mit diesem Modell: Startest du deine Famulatur oder dein PJ-Tertial im Wintersemester 2026/27, etwa im Oktober oder November 2026, ist der 30.08.2026 die relevante Frist. Für einen Start im ersten Quartal 2027 wäre es der 30.11.2026. Münster öffnet das Bewerbungsportal jeweils einen Monat vor Fristende und weist darauf hin, dass eine frühere Einreichung für ein späteres Quartal nicht berücksichtigt werden kann – zu früh ist dort also genauso falsch wie zu spät.

Und wenn du die Frist verpasst? Der DAAD selbst ist großzügiger, als viele denken: Ein Vorhaben kann für den gesamten Zeitraum gefördert werden, „sofern die Bewerbung des späteren PROMOS-Stipendiaten der Hochschule vor Beendigung des Vorhabens vorliegt". Der Engpass ist also nicht der DAAD, sondern der Bewerbungszyklus deiner Uni: Wer die zum Praktikumsbeginn passende Runde verpasst, bekommt an vielen Hochschulen für genau diesen Aufenthalt nichts mehr. Frag im International Office nach, ob eine Nachbewilligung oder ein Nachrückverfahren möglich ist – Reservelisten sieht der DAAD ausdrücklich vor.

Wichtig: Diese Fristen sind ein Beispiel. Deine eigene Hochschule kann andere Stichtage, andere Förderquoten und eigene Formulare haben. Frag früh beim International Office nach – am besten, sobald dein Praktikumszeitraum grob feststeht.

Schritt für Schritt zum PROMOS-Antrag

So gehst du bei der Bewerbung um ein PROMOS-Stipendium typischerweise vor:

  1. Praktikumsplatz sichern: Kläre Standort und Zeitraum deiner Famulatur, deines Pflegepraktikums oder PJ-Tertials und lass dir eine Praktikumsbestätigung ausstellen – üblicherweise unterschrieben und gestempelt.
  2. Frist und Mindestdauer deiner Uni ermitteln: Prüfe beim International Office oder Career Service, welche Bewerbungsrunde zu deinem Praktikumsbeginn passt, ob eine Mindestdauer von 30 Tagen oder sechs Wochen gilt und welche Unterlagen verlangt werden.
  3. Sprachnachweis organisieren: Besorge rechtzeitig ein akzeptiertes Sprachzertifikat, einen Kursschein ab Niveau B1 oder ein DAAD-Sprachzeugnis. In Münster darf der Nachweis zum Bewerbungszeitpunkt nicht älter als drei Jahre sein, und die Prüfungsplätze im Sprachenzentrum sind begrenzt.
  4. Motivationsschreiben verfassen: Begründe konkret, warum Zielland, Klinik und Zeitpunkt zu deinem Studienverlauf und deinen beruflichen Zielen passen. Münster verlangt dafür drei Seiten und bewertet fünf feste Aspekte durch zwei unabhängige Gutachtende.
  5. Unterlagen vollständig einreichen: Lebenslauf, Leistungsübersicht mit aktueller Durchschnittsnote, Immatrikulationsbescheinigung, Versicherungserklärung und Fachbereichsbestätigung fristgerecht hochladen – unvollständige Anträge werden nicht bearbeitet. Als Medizinstudentin oder Medizinstudent legst du zusätzlich Kopien aller ärztlichen Prüfungen bei.

Für das Motivationsschreiben und die Bewerbungsunterlagen findest du in unseren Bewerbungs-Mustern und im Ratgeber zum Motivationsschreiben fürs Auslandspraktikum konkrete Vorlagen.

Lässt sich das PROMOS-Stipendium mit BAföG oder anderen Stipendien kombinieren?

Teilweise ja – und die Regeln rund um das PROMOS-Stipendium sind klarer, als der Ruf des Themas vermuten lässt. Der DAAD schreibt vor, dass du ein PROMOS-Stipendium bei der zuständigen Stelle für Auslands-BAföG anzeigen musst. Eine Anrechnung ordnet er nicht an; wie viel angerechnet wird, entscheidet dein BAföG-Amt.

Wie es entscheidet, hängt daran, wie es das Stipendium einordnet. Begabungs- und leistungsabhängige Stipendien, die nach allgemeingültigen Richtlinien ohne Konkretisierung des Verwendungszwecks vergeben werden, bleiben bis zu einem Monatsdurchschnitt von 300 Euro anrechnungsfrei (§ 21 Absatz 3 Nummer 2 BAföG). Einnahmen, deren Zweckbestimmung einer Anrechnung entgegensteht, bleiben nach § 21 Absatz 4 Nummer 4 BAföG ganz außer Betracht. Manche Hochschulen gehen dagegen von einer vollen Verrechnung aus – die Universität Münster schreibt, die PROMOS-Förderung werde „mit dem Auslands-BAföG verrechnet, dies erfolgt durch die jeweiligen BAföG-Stellen". Kläre den konkreten Fall vor dem Antrag mit deinem Auslands-BAföG-Amt, statt dich auf eine Faustregel zu verlassen. Wie das Auslands-BAföG für Famulatur und PJ funktioniert und welche Zuschläge es gibt, liest du im Ratgeber zum Auslands-BAföG für Famulatur und PJ.

Für die übrigen Kombinationen ist die Lage eindeutig:

KombinationZulässig?
PROMOS + Auslands-BAföGJa, aber anzeigepflichtig; Anrechnung entscheidet das BAföG-Amt
PROMOS + DAAD-IndividualstipendiumNein – dürfen nicht gleichzeitig bezogen werden
PROMOS + private StipendienJa, laut DAAD uneingeschränkt
PROMOS + andere deutsche öffentliche MittelNur bei unterschiedlichem Förderzweck; anzeigepflichtig
PROMOS + DeutschlandstipendiumLaut DAAD ja – vorab schriftlich bestätigen lassen

Zum Deutschlandstipendium ein ehrlicher Hinweis: Der DAAD stellt in seinen Ergänzenden Hinweisen ausdrücklich klar, dass Deutschlandstipendium und PROMOS-Förderungen „uneingeschränkt gleichzeitig bezogen werden" können, und die Universität Münster bestätigt das für ihre Praxis. Auf der anderen Seite schließt § 4 Absatz 1 StipG ein Deutschlandstipendium aus, wenn parallel eine begabungs- und leistungsabhängige Förderung von mehr als 30 Euro im Monatsdurchschnitt fließt. Lass dir die Kombination deshalb von der Stelle, die dein Deutschlandstipendium verwaltet, kurz schriftlich bestätigen, bevor du beides annimmst. Und noch eine Kleinigkeit mit großer Wirkung: Vergütete Tätigkeiten während der Stipendienlaufzeit sind nur mit Zustimmung deiner Hochschule erlaubt.

Eine praktische Erinnerung zum Schluss: Das PROMOS-Stipendium kümmert sich um die Finanzierung, nicht um deinen Versicherungsschutz – Auslandskranken- und Berufshaftpflichtversicherung musst du zusätzlich regeln.

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Lohnt sich das PROMOS-Stipendium für dein Klinikpraktikum?

Für ein außereuropäisches Klinikpraktikum ist das PROMOS-Stipendium meist der schnellste Weg zu einer Förderung. Der Aufwand für die Bewerbung ist überschaubar, die Entscheidung fällt in einem festen Zyklus, und im Vergleich zu den großen Begabtenförderungswerken ist das Verfahren schlank. Erasmus+ ist über die internationale Dimension zwar auch außerhalb Europas möglich, scheitert bei einer 30-tägigen Famulatur aber an der Zwei-Monats-Mindestdauer und hängt davon ab, ob deine Hochschule dafür Mittel eingeplant hat.

Dass sich der Antrag lohnt, zeigt ein Blick auf die Kostenseite: Beckschulte, Lederer und Storz haben für BMC Medical Education (2024) 438 Erfahrungsberichte zu Auslands-Electives ausgewertet. Am teuersten waren die USA mit einer medianen Gebühr von 1.875 Euro für ein vierwöchiges Elective im Zeitraum 2018 bis 2020, gefolgt von Südafrika (400 Euro) und Australien (378 Euro) – reine Klinikgebühren, ohne Flug und Unterkunft. Gegen solche Beträge sind 550 Euro Stipendienrate plus eine mögliche Mobilitätspauschale ein spürbarer Unterschied. Der wichtigste Rat bleibt: früh anfangen – Sprachnachweis, Praktikumsbestätigung und Fristen brauchen Vorlauf. Bei der gesamten Planung deines Auslandspraktikums, von der Standortwahl bis zur Finanzierung, unterstützen wir von travel4med dich gern.

Häufig gestellte Fragen

Fazit

Das PROMOS-Stipendium ist für ein Klinikpraktikum außerhalb Europas fast immer einen Antrag wert. Es finanziert Famulatur und Pflegepraktikum in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar sowie das PJ-Tertial in Sri Lanka, Nepal und Sansibar mit – 2027 mit 550 Euro pro Monat für Sri Lanka und 450 Euro für die übrigen drei Standorte, dazu einer möglichen Mobilitätspauschale. Rechne mit einer Teilfinanzierung, nicht mit Vollkostendeckung. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Frist deiner Hochschule, die Mindestdauer, die deine Uni verlangt, und ein starkes, konkretes Motivationsschreiben. Wer früh plant und PROMOS mit Auslands-BAföG oder Ersparnissen kombiniert, macht sein Auslandspraktikum finanziell deutlich leichter tragbar.

Quellen

  • DAAD – „PROMOS – Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden deutscher Hochschulen" (Programmseite, Finanzierung durch das BMFTR), abgerufen am 18.08.2026: daad.de
  • DAAD – Förderrahmen PROMOS 2027, P42, Stand 06/2026 (Förderdauer Praktika 1–6 Monate, Bewerbungsvoraussetzungen, obligatorische Auswahlkriterien, Studiengebühren nur bei Studienaufenthalten, Bewerbung vor Beendigung des Vorhabens), abgerufen am 18.08.2026: static.daad.de (PDF)
  • DAAD – Ergänzende Hinweise PROMOS 2027, P42, Stand 06/2026 (Gesamtförderdauer sechs Monate pro Studienabschnitt, Erasmus+-Subsidiarität, BAföG-Anzeigepflicht, Deutschlandstipendium, private Stipendien, Reisewarnungen), abgerufen am 18.08.2026: static.daad.de (PDF)
  • DAAD – Anlage 2 „PROMOS-Fördersätze 2027", Stand 05/2026 (Sri Lanka 550 € + 1.188 €, Nepal 450 € + 1.188 €, Indonesien 450 € + 1.735 €, Tansania 450 € + 1.188 €; Halb-/Ganzratenregel Tag 1–14 und 15–30), abgerufen am 18.08.2026: static.daad.de (PDF)
  • DAAD – „Praktika im Ausland: Finanzierung klären" (studierendenseitige Angabe: sechs Wochen Mindestförderzeit, 350–550 € pro Monat), abgerufen am 18.08.2026: daad.de
  • Universität Münster, Career Service – „PROMOS-Stipendien für Praktika außerhalb Europas" (6 Wochen bis 6 Monate, Vollzeitpraktikum, vier Bewerbungsfristen, Teilstipendienraten 350–550 €, Mobilitätsrate nur in sehr wenigen Fällen, Verrechnung mit Auslands-BAföG, Anforderungen an Medizinstudierende), abgerufen am 18.08.2026: uni-muenster.de
  • § 21 BAföG (Absatz 3 Nummer 2 – 300-Euro-Monatsdurchschnitt; Absatz 4 Nummer 4 – zweckgebundene Einnahmen), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18.08.2026: gesetze-im-internet.de
  • § 8 BAföG (Staatsangehörigkeit / Gleichstellung), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18.08.2026: gesetze-im-internet.de
  • § 4 Absatz 1 StipG (Ausschluss von Doppelförderung beim Deutschlandstipendium ab 30 € Monatsdurchschnitt), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18.08.2026: gesetze-im-internet.de
  • Auswärtiges Amt – Reise- und Sicherheitshinweise, abgerufen am 18.08.2026: auswaertiges-amt.de
  • Beckschulte K, Lederer A-K, Storz MA: „Long-term trends in international medical electives fees: a database mining study", BMC Medical Education 24:152, 2024 (mediane Elective-Gebühr für vier Wochen: 1.875 € USA, 400 € Südafrika, 378 € Australien), abgerufen am 18.08.2026: pmc.ncbi.nlm.nih.gov